Wer hätte gedacht, es kommt noch etwas

Heute habe ich mal wieder erkennen müssen, warum es manchmal von Vorteil sein kann, ein Raucher zu sein. Dann hat man nämlich im Fall der Fälle immer ein Feuerzeug einstecken. Oder zumindest Streichhölzer. So aber habe ich die letzten zwei Stunden in der Küche verbracht, gerade einer der wenigen Orte an meinem Arbeitsplatz mit Licht – und der einzige ungestörte. Inzwischen ist es draußen stockdunkel, die Grillen haben wundersamer weise aufgehört zu zirpen und es tröpfelt nur noch. Ungefähr um 5 Uhr hat es angefangen zu regnen, gleich sehr heftig, doch dies ist hier um diese Jahreszeit mehr oder weniger normal. Die Kinder hatten großen Spaß, hüpften im Regen herum und sprangen in die Pfützen. Auch ich gab irgendwann nach und rannte durch das ganze Center, immer einige Kinder im Schlepptau und irgendwann waren die Pfützen so groß, dass wir eine Wasserschlacht veranstalteten, wie das normalerweise nur im See möglich ist. Kurzzeitig hörte der regen auf und mir blieb noch Zeit trockene Kleidung anzuziehen, bevor es wieder losging, diesmal begleitet von Blitz und Donner, einer folgte dicht auf den Anderen. Diesmal rannte niemand herum und auch ich verkroch mich in mein Zimmer und als es dort zu dunkel wurde (der Strom war natürlich sofort ausgefallen), setzte ich mich vor dem Haus auf eine Bank und schaute dem Regen zu. Es herrschte Weltuntergangsstimmung und ich bin mehr als einmal zusammengezuckt. Ich fühlte mich ein bisschen wie Bambi im Wald. Nun sitze ich also in der Küche, im Zimmer könnte ich zwar schreiben, aber der Computer würde die Mücken anlocken und bald ist leider auch der Akku leer. So bleibt mir dann bald nur noch früh schlafen zu gehen. Die Köchin war zwar so nett und hat mir eine Packung Kerzen in die Hand gedrückt, doch an Feuer hat die gute Frau nicht gedacht. Ich natürlich auch erst zu spät. Aber ein Gutes hat das Ganze ja: nun habe ich endlich die Ruhe (und vor allem keine Ausrede) und kann endlich wieder einen Blogeintrag schreiben. Angesetzt habe ich schon mehrere Male, so ist es ja nicht. Aber es ist nun doch schwer nach drei oder vier Monaten anzufangen und zu versuchen zu beschreiben was einem hier alles passiert ist. Chronologisch werde ich das Ganze nicht angehen, das ist wohl auch weniger interessant zu lesen. Ich versuche trotzdem euch ein umfassendes Bild zu geben, von dem was mir in Viet Nam seit Januar so zugestoßen ist.

Das Wichtigste jedoch zuerst: es ist unglaublich viel passiert, ich habe das Gefühl einen riesigen Schritt gemacht zu haben und die Zeit vergeht genauso schnell, wie es einem immer prophezeit wird, nämlich rasend. So bleiben mir heute nicht mal mehr drei Monate bis es wieder nach Deutschland geht.

Gleich zu Beginn des Jahres 2010 hatten wir eine Evaluation mit VPV, diese ist eher weniger erfolgreich verlaufen, was vor allem daran lag, dass entscheidende Personen nicht anwesend waren und folglich die Meisten das Gefühl hatten mit ihren Verbesserungswünschen und ihrer Kritik auf taube Ohren zu stoßen oder zumindest auf Leute denen die Hände gebunden waren. Das Einzige was ich zu dem Zeitpunkt wusste, war, dass ich mein Projekt im Dezember euphorisch verlassen hatte, und sah deshalb viel in einem recht positiven Licht. Wir alle verließen das Seminar motiviert, wohl aber vor allem dadurch angetrieben, dass wir froh waren es beendet zu haben und nun wieder „nach Hause“ zu kommen. Ich machte mir auch recht wenig Sorgen, wusste ich doch, dass Rita aus der Schweiz, gerade im Projekt war und ich so also nicht alleine sein würde. Trotz aller Wiedersehensfreude schlug meine Stimmung schnell ins Negative um, als ich mir Ritas Bericht der letzten drei Wochen anhörte. So hatte sie wohl Ähnliches erlebt, wie ich in meiner Anfangszeit, die Lehrerin hatte wiederholt das Klassenzimmer einfach verlassen oder war gar nicht erst erschienen, so dass Rita also auf sich allein gestellt war. Wie ich ja sicherlich schon Mal erwähnt habe, handelt es sich hier ja nicht um eine Klassensituation, wie man es von Deutschland kennt, sondern es herrscht kaum Ordnung, wenn überhaupt, dann wird sie durch Strenge und nötigenfalls Bestrafung hergestellt, was mir im gleichen Maße unmöglich ist. Befindet man sich in dieser Situation nun noch ohne die Kinder zu kennen und mit keinerlei Kenntnis der vietnamesischen Sprache, dann ist Ritas Frustration sicher leichter zu verstehen. Auch andere Kleinigkeiten kamen hinzu, aber letztendlich musste ich gegen meine eigene sinkende Motivation ankämpfen und fand auch irgendwo die Energie das ganze als Herausforderung zu sehen und gemeinsam mit Rita anzugehen. Zum Glück war sie eine sehr disziplinierte, hart arbeitende junge Frau, was mir selbst unglaublich geholfen hat, die drei Wochen bis zu ihrer Abreise durchzuhalten. Ich glaube ich habe noch nie so hart gearbeitet, wie in dieser Zeit, denn Rita stand morgens schon gegen 6 Uhr auf, kochte Tee und saß angezogen beim Frühstück, wenn ich mich gerade aus der warmen Bettdecke wickelte. Nach ein paar Tagen wurden wir noch von einer Australierin „besucht,“ die für zwei Wochen bleiben sollte und am gleichen Tag wie Rita abreisen würde. So waren wir also nun zu dritt an der Kinderfront und arbeiteten nicht nur einen neuen Arbeitsplan aus, sondern hielten uns auch daran. Katie aus Down Under hatte zahlreiche Spielsachen mitgebracht, unter Anderem Kreise und Bilderbücher, und so hatten wir eigentlich immer zu tun mit den Kindern. Die Zeit ging dann auch recht schnell rum und ich glaube auch wenn die Anstrengung an unser aller Nerven gezehrt hat und ich auch an ein oder zwei Morgenden einfach im Bett bleiben musste, so hatten wir eine gute Zeit, im Nachhinein irgendwo auch eine der ausfüllendesten Zeiträume. Das ist eine Erfahrung, die ich auf jeden Fall in den letzten Monaten hier gemacht habe, hart arbeiten kann richtig gut tun und hält einen manchmal wacher als jeglicher Schlaf. Die Beiden reisten dann am 22. Januar ab und obwohl die Zeit zu kurz war, um sich richtig gut kennen zu lernen, so war ich doch traurig, als die Beiden das Center verließen und mich, mal wieder, alleine ließen.

So verfiel ich auch erstmal wieder in eine Art Lethargie, konnte mich nicht so recht aufraffen und freute mich so umso mehr auf den schon bald wieder anstehenden Urlaub, diesmal allerdings gezwungenermaßen, da das Center für fast 4 Wochen zumachte.

Die Tage bis dahin waren durch einige Sachen geprägt. Zum einen verbrachte ich wieder mehr Zeit im Peace house, denn ich genoss, dass ich dort nicht nur umsonst schlafen, sondern auch die Annehmlichkeiten des Internets und einer ausgezeichneten Dusche in Anspruch nehmen konnte. Zum anderen traf ich dort auch Leute, neben anderen Kurzzeitfreiwilligen auch noch ein paar VPV Mitarbeiter, mit denen ich mich während eines workcamps mit ganz vielen Koreanern in Thuy An angefreundet hatte.

Ich fuhr auch meinem Motorroller überall hin, vor allem zu Big C, um Lebensmittel für die Woche zu kaufen (Luxusartikel wie Marmelade, Milch und hin und wieder auch die teuren Leibnizkekse) und auch in die Innenstadt. Ich traf mich mal wieder mit einem vietnamesischen Freund, der allerdings auch ein wenig Englisch spricht, und dort studiert.

Die beiden größten Angelegenheit war aber die Reiseplanung und die Visumserneuerung, beides auch stark voneinander abhängig.

Zum Visum wussten wir soviel: Wir hatten bereits ein 6-Monatsvisum, welches am 19.02 auslaufen würde, und vor unserer Abreise war die Information, dass wir ein weiteres 6 Monatsvisum erhalten würden für ungefähr den gleichen Preis (in etwa 100€.

So waren wir alle verblüfft, als es hieß, die Visaregelungen wurden geändert und 6 Monatsvisa werden für uns nicht mehr ausgestellt, es gebe Bestenfalls ein 3-Monatsvisum und das auch nur für 350$(!). Leider konnte uns bei VPV keiner helfen, denn sie verstanden die neuen Regelungen selbst nicht und die Zeit lief uns davon. Wie viel Zeit und Nerven uns das ganze letztendlich gekostet hat, lässt sich hier, vor allem nach so langer Zeit, gar nicht auszudrücken, aber es war wirklich mehr als es hätte sein sollen.

Wir liefen von der Reiseagentur, die das Visa beantragen würde, bis zum Ministerium für Immigration, fragten bei anderen Organisationen nach, ersuchten die deutsche Organisation um Unterstützung, die uns zwar moralisch gewährt wurde, alles andere wurde aber versagt, wobei auch der Zeitfaktor und die strengen weltwärts –Regelungen eine Rolle spielten. Die einzige Ungehungsmöglichkeit war die Aus – und wiedereinreise nach Vietnam. Dies hört sich ja im Grunde nicht so schlecht an, denn Destinationen gibt es in näherer Umgebung zugegebenermaßen ja genug. Doch spielte neben der Finanzierung vor allem der Zeitfaktor eine Rolle. So fiel das Datum, bis wan das Visum gültig war, genau in die Tet-Woche. Tet ist das Neujahrsfest in Vietnam und neben dem Nationalfeiertag der absolut größte Feiertag hier, siehe auch Tet WOCHE. So wird also ungefähr 5 Tage lang nicht gearbeitet, sondern ausgiebig gefeiert. Die denkbar schlechteste Zeit, um das Land zu verlassen, denn die Tet Zeit ist wirklich ein einmaliges Erlebnis. Außerdem hatten wir alle individuelle Reisepläne und konnten uns kaum auf einen geeigneten Termin einigen. Wir überlegten neben Laos (da war Julia schon) und Kambodscha (Flugpreise trotz Nachbarlage zu Vietnam teuer) auch Kuala Lumpur, Malaysia (Flug billig, Aufenthalt recht teuer), letztendlich wurde es aber dann doch wieder Bangkok, weil dies einfach der billigste Flug ist und wir terminlich sowieso nur zwei Tage Aufenthalt eingeplant hatten. Letztendlich stellte sich dies aber als sehr gute Wahl heraus, warum schreibe ich gleich noch.

Ich hatte also ab der zweiten Februarwoche frei, verbrachte diese Zeit im Peace House, wo ich hauptsächlich entspannte, e-mails beantwortete und die letzten Reisevorbereitungen traf. Dann war es auch schon Mittwoch und wir flogen nach Bangkok (letztendlich dann übrigens auch nur Julia und ich, da den anderen Beiden der Termin einfach nicht passte. Sie folgen ein Wochenende vor uns).

Das Beste an dem ganzen Trip war eigentlich erstmal der Anruf, den ich am Abend vor unserem Abflug bekam, nämlich von meinem Papa. Das Gespräch verlief ungefähr so:

 

„Hallo Sissi, ich habe gehört du fliegst nach Bangkok.“

„Ja.“

„Wann denn?“

„Morgen früh.“

„Ich fliege morgen früh nämlich auch nach Bangkok.“

„AAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHH“

 

 

Hehe, ja, und auch wenn mein Papa nur einen Zwischenstopp am Flughafen in Bangkok hatte, so hatten wir die Möglichkeit uns für etwa 1 Stunde am Flughafen zu treffen!!! Sehr schön war es den Papa mal wieder zu sehen und auch Mitbringsel in Form von Schokolade und deutschen Magazinen gab es. Leider ging die Stunde dann doch zu schnell vorbei und wir mussten wieder getrennter Wege gehen, aber trotzdem war ich froh, dass wir uns getroffen hatten.

Bangkok an sich war dann nicht besonders spektakulär, hauptsächlich schliefen wir aus und aßen gut (ich jeden Tag mindestens einmal bei irgendeinem fast food restaurant, da es so etwas in Vietnam nicht gibt). Außerdem kauften wir ein bisschen ein und gingen Abends in eine Bar, wo wir uns einen Gitarrenspieler anhörten, den wir das letzte Mal schon getroffen hatten und der sich wundersamer weise sogar noch an uns erinnerte. Mit ihm verbrachten wir dann auch den Abend und unterhielten uns über alles Mögliche (er kommt eigentlich aus Thailand, ist aber in NYC aufgewachsen)..

So ging die Zeit dann auch recht schnell herum und am Freitag ging es dann schon wieder zurück in die Heimat. Am Flughafen in Bangkok trafen wir dann lustigerweise noch Frido, der im gleichen Flugzeug saß. Dann ging es mit Julia noch für eine Nacht nach Ha Noi und dann am Samstag nach Hause.

Dort war ich eingeladen drei Tage bei Co Loi zu verbringen und mit ihr und ihrer Familie tet zu feiern, also das Neujahrsfest. So gab es leckeres essen, vor allem sehr viel Hühnchen, und Trung/Chung cake (weiß nicht genau wie man das schreibt), ein klebriger Reiskuchen mit Füllung, der zusammen mit nouc mam, also Fischsauce, sehr lecker ist. Auch diese Tage gingen schnell vorüber, vor allem war ich auch viel mit packen beschäftigt, denn am 16.02, wenn ich mich richtig erinnere, ging es mit dem Flugzeug gen Süden, nach Ho Chi Minh city, wo ich von Mailinhs Papa mit dem motorbike abgeholt werden würde und wir dann gemeinsam in das Mekong delta zu Mailinhs Familie fahren würden. Ich war mir nicht sicher was ich von der Reise erwarten sollte, denn auch Mailinh war sich nicht sicher, wo es hingehen sollte und innerhalb welchen Zeitraum, was mir die Flugbuchung ein bisschen erschwert hatte.

 

Nun zu der Reise mit Mailinhs Familie. Ich möchte nicht allzu viele Worte verlieren, denn ich weiß, dass ich den besagten drei Wochen hier niemals gerecht werden kann und meine Sicht einfach zu subjektiv und viele Erlebnisse sehr persönlich sind.

Trotzdem möchte ich gesagt haben, dass diese Reise zu meinen prägendsten und lehrreichsten Erfahrungen in Viet Nam zählt und mit all den Dingen, die ich daraus mitgenommen habe, irgendwie auch zu den Besten. Dabei muss natürlich auch gesagt werden, dass man aus schlechten Erfahrungen mehr lernt, als aus guten, was ich aber keinesfalls auf die ganze Reise beziehen möchte. Ich denke noch immer oft an die Zeit im Süden zurück und beginne erst jetzt vieles zu verstehen, was mir damals noch unklar war.

Zu meinen absoluten Höhepunkten zählt für mich das Ramfest in einem kleinen Dorf in der Nähe von Mailinhs Familie, wo wir als einige der wenige Glücklichen von dem Balkon einer Pagode zusehen durften, wie gefühlte hunderte von Kindern eine auf Stelzen gebaute Holzbühne hinauf kletterten, um sich möglichst viele der von verschiedenen Familien gespendeten und wie Bäume drapierten Süßigkeiten zu sichern. Erfahrungen wie diese sind wohl einmalig und ohne Mailinhs Familie hätte ich sie nie erleben dürfen. So bin ich in allererster Linie dankbar, dass sie mich Anteil haben lassen und mich in den Kreis ihrer Familie aufgenommen haben, ohne Fragen zu stellen und mit Geduld und Nachsicht einiges auf sich genommen haben, um alle zufrieden zu stellen. Dass bei so vielen Menschen, die sich letztendlich doch noch nicht besonders lange kennen, und mit unterschiedlichen Erwartungen an eine Sache herangehen, diese ohne Konflikte abläuft, ist sicherlich zu viel verlangt. Seit der Zeit im Süden habe ich so unglaublich viel mehr über Viet Nam gelernt, vor allem von der Sprache. So hoffe ich, dass es in Deutschland zu einem Wiedersehen kommt und grüße hiermit meine vietnamesische Adoptivfamilie und zukünftige erste Anlaufstelle, wenn mich in Deutschland die Sehnsucht nach der zweiten Heimat überkommt, Mailinhs Familie (die ich auf meinem Blog nicht weiter namentlich nennen werde, aber ich bin mir sicher, alle Beteiligten, wissen wer gemeint ist).

Con chuc chu, co va hai chi gai vui ve, khoe va hanh phuc!! Hen gap lai! : )

 

Nach der Reise kam es dann zu einer weiteren Schicksalshaften Begegnung, diesmal mit zwei Schwestern aus Australien, Rachel und Hayley. Definitv Marie-Material, wenn natürlich niemand Marie aus Kanada ersetzen kann, so waren diese Beiden Freiwilligen, die für zwei Wochen bleiben sollten, mit ihrer aktiven, aufgeweckten Art, wirklich genau das, was ich gebraucht hatte. Ich war froh nach der langen Abwesenheit nicht alleine im Center zu sein und noch glücklicher, als mir die Beiden dann eröffneten, dass sie zwei Monate bleiben würden!! Wir hatten wirklich eine gute zeit zusammen, wenn auch Rachel, die ebenso wie ich sehr direkt sein kann, hin und wieder mal diskutierten, so hatten wir doch hauptsächlich großartige Konversationen im wahrsten Sinne über Gott und die Welt. So kamen wir aus sehr unterschiedlichen Welten und fanden doch zahlreiche Gemeinsamkeiten. Auch bei den Kindern haben die Beiden einen starken Eindruck gemacht und auch jett, wo sie wieder fort sind, wird noch oft nach ihnen gefragt.

Die Beiden hatten trotz ihrer unterschiedlichen Art, so war Hayley im Vergleich zu ihrer Schwester eher still und nachdenklich, ein beneidenswertes Verhältnis zueinander und ich habe wirklich viel von den Beiden gelernt. Anfang Mai verließen sie dann auch leider Thuy An schon und machten sich auf in Richtung Nordvietnam und dann Laos und Kambodscha. Bei mir stand Mitte Mai dann wieder mal ein „visa – run“ an, wir mussten also das Land verlassen, da am 12.Mai unser Visum auslaufen würde. Wir standen also mal wieder vor dem gleichen Problem, diesmal schafften wir es allerdings zu dritt eine Reise zu planen, nach langem überlegen, (erst wollten wir nach Myanmar, dann überlegten wir wieder nach Thailand, Beide Länder stellten sich aber zu diesem Zeitpunkt als eher gefährlich heraus) entschieden wir uns für einen, dank einem Sonderangebot von Tiger Airways, billigen Flug nach Singapur. Dies war im Nachhinein eine gute Entscheidung. Über Singapur möchte ich aber ein anderes Mal mehr schreiben, mir läuft jetzt langsam die Zeit aus und es gibt noch einiges was ich erzählen möchte.

 

Nachdem ich also nach zwei Wochen Mitte Mai aus dem Urlaub zurückgekommen war, gingen die ersten zwei Tage noch etwas langsam, ich packte vor allem aus, wusch Wäsche und begrüßte der Reihe nach die Kinder. Mein Zimmer brachte ich soweit es ging auf Vordermann und dann war auch das Wochenende schon wieder da, wo wir Samstagabends Fußball gucken wollten und es dann auch zu viel mehr nicht gereicht hat, da die meisten Spiele ja hier Mitten in der Nacht anfangen. So kamen wir vor 6 Uhr nicht ins Bett und um 10 Uhr stand ich schon wieder auf, denn ich musste noch in die Stadt und wollte rechtzeitig zurück nach Thuy An.

Irgendwie schaffte ich dann aber doch erst den letzten Bus um 6 und kam so erst gegen 9 Uhr todmüde dort an und fiel auch recht bald ins Bett. Montag war dann noch recht langsam, aber ab Dienstag ging es dann bergauf und ich fand wieder in meinen Arbeitsrythmus.

 

Neuere Entwicklungen gibt es einige, vor allem in meiner Arbeit. So habe zum einen noch eine Art weiteres Projekt, in dem ich ein Mal die Woche arbeite und zum anderen haben sich auch in meinem Projekt selbst Neuerungen ergeben.

Erstmal dazu: So habe ich mir also selbst in meinem Projekt neue Arbeitsnischen aufgetan, wie vor allem in der Großküche. Dort helfe ich jetzt fast jeden Nachmittag ungefähr eine Stunde aus, weniger mit dem Kochen, als mit dem Abwasch und meinem Lieblingsteil, den Reis aus dem „Ofen“ holen, mit einem Holzstab durchziehen, um Klumpenbildung zu verhindern und dann in eine große Schüssel schauffeln, die dann in den Essenssaal getragen wird. Da ungefähr 120 Kinder hier täglich essen, wird dementsprechend viel Reis gekocht und die Prozedur wiederholt sich mehrere Male, so dass ich gut ins Schwitzen komme. Danach werden die Behälter, in denen der Reis gekocht wird, geschrubbt und gespült, wobei ich auch mithelfe. Dann muss der Boden gefegt und gewischt werden und Wasser in die großen Töpfe gefüllt, zum einweichen, damit sie später besser gespült werden können. Ich helfe also mit wo es geht und gehe dann zu den Kindern, die nicht alleine essen können, um dort mitzuhelfen. Dann ist es auch ungefähr 5 Uhr und mein Arbeitstag, zumindest der Nachmittag, neigt sich dem Ende zu. Donnerstags helfe ich nun morgens immer im Garten mit und rupfe dort fleißig Unkraut aus der Erde.

Seit einiger zeit ist Donnerstag auch mein traditioneller Saubermachtag, nach der Gartenarbeit habe ich meist noch etwa eine Stunde, bevor es Mittagessen gibt. In dieser Zeit fege ich vor meinem Zimmer, wische den Boden im Bad und räume generell alles auf. Spätestens jetzt wird die Wäsche gewaschen und auf einer Leine vor meinem Zimmer zum Trocknen aufgehangen.

Dann helfe ich noch mit den Tisch zu decken und dann gibt es auch schon essen. Danach bin ich dann immer eine ganze Weile mit dem Abwasch beschäftigt und dann ist auch schon meine Mittagspause, in der mir nun wirklich nur noch selten langweilig wird.

Auch mein Vietnamesisch geht voran, ich habe einige Freunde, die kaum Englisch sprechen und mit denen ich mich praktisch nur auf Vietnamesisch unterhalte und ich habe auch angefangen vietnamesische Geschichten (ähnlich wie Märchen) zu lesen und mir zu übersetzen. Ich mag die Sprache sehr gerne und auch wenn ich das Gefühl habe, kaum etwas zu wissen, so weiß ich doch, wie groß die Fortschritte sind die ich gemacht habe und wenn ich eine Konversation mit jemandem führe und verstanden werde, dann fühle ich mich immer ganz beschwingt und glücklich.

 

 

 

Was jetzt die nächsten Tage und Wochen erstmal ansteht sind die Unibewerbungen.

In etwas über einer Woche kommt dann noch mal ein work camp nach Thuy An, was sicher lustig wird. In etwa drei Wochen am 20.06 fängt dann unsere Abschlussevaluation an, die für eine Woche stattfindet, wo steht noch nicht fest bzw. weigern wir uns an den gleichen Ort zu fahren, wie das letzte Mal.

Dann ist auch schon Juli. Milli hatte sich kurzzeitig überlegt für ein oder zwei Wochen hierher zu kommen und in meine Arbeit reinzuschauen, mal sehen, ob das klappt. Ansonsten ist im Juni ja auch die WM, was aufgrund der Zeiten für mich einige durchwachte Nächte bedeutet. Allerdings bin ich schon super aufgeregt, wir fangen bald an zu wetten und ich animiere schon alle Leute im Center für Deutschland mitzufiebern.

Die Wochen werden also schnell vergehen und so groß die Freude auf Zuhause ist, so macht es mir trotzdem Angst, denn ich habe mich so an alles hier gewöhnt und möchte noch so viel erleben. Jetzt da man sich gerade richtig wohl fühlt, soll man bald wieder gehen. So ganz will das jedenfalls noch nicht in meinen Kopf und auch wenn mein Rückflugticket schon fest gebucht ist, so weiß ich, dass mit Vietnam nicht so schnell aus dem Kopf gehen wird und ich auf jeden Fall noch mal für einige Zeit hierher zurück möchte.

 

 

Auch ein Rückblick auf die Zeit heute vor einem Jahr ist angebracht. Heute vor einem Jahr haben wir nämlich Abitur geschrieben, waren sogar fast fertig. Nach all der Aufregung und der Anstrengung ist es schwer vorstellbar, dass das alles schon wieder so lange her ist und wir uns jetzt nicht mehr Abiturienten nennen können, denn das sind ja jetzt die Abiturienten 2010.

Ha, ich bin jetzt ein Altabiturient.

 

Hiermit beende ich jetzt erstmal diesen Blogeintrag, auf den ihr ja wirklich lange gewartet habt und ich hoffe er gefällt euch.

Ich freue mich über Kommentare,

 

ganz liebe Grüße

 

Sissi

 

 

 

 

 

4 Kommentare 27.5.10 10:36, kommentieren

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Chuc Mung Nam Moi

Hallo ihr lieben Zuhause,

 

dies wird leider kein Blogeintrag, sondern ich will nur kurz alles Gute zum neuen Jahr wuenschen (in Vietnam ist naemlich heute der letzte Tag des Jahres 2009) und mich fuer meine lange Abwesenheit auf diesem Blog entschuldigen. Neben ziemlich viel Arbeit, Visastress, workcamp, kurze Thailandexkursion , kleinem Motorradunfall und einer noch kleineren Familienreunion blieb einfach keine Zeit zum Schreiben. Jetzt sind gerade Tetfeierlichkeiten und am Dienstag geht es in den Urlaub nach HCMC und Nha Trang mit Mailinh. Am 06.03 geht es dann zurueck nach Hanoi und spaetestens dann schreibe ich wieder einen richtig langen Eintrag. Ansonsten noch alles Gute nachtraeglich, Mami und dir einen wunerschoenen Geburtstag morgen, lieber Papi. Ausserdem an alle verliebten einen schoenen Valentinstag.

Glg Sissi

1 Kommentar 13.2.10 17:26, kommentieren

Dieser Eintrag ist vom Samstag 19.12.09, leider hatte ich ihn noch nicht fertig und konnte ihn nich mehr rechtzeitig posten, deshalb kommt er jetzt:

Hallo ihr lieben Daheimgebliebenen,

 

dies ist eventuell mein letzter Eintrag vor dem neuen Jahr. Ich sitze gerade bei Kaffee und „Prodigy“ im Peace house und muss sagen, mir geht es gerade ausgesprochen gut.

Es gibt eine Neuigkeiten, also erzähle ich einfach mal ein bisschen was die letzten Wochen so passiert ist. Marie ist jetzt seit Montag weg und auch wenn ich sagen muss, dass ich sie sehr vermisse, so ist doch der Übergang in das „allein sein“ recht reibungslos verlaufen, vor allem da am Donnerstag Nachmittag eine Schweizerin (Rita) zu mir ins Projekt gekommen ist und dort 6 Wochen bleiben wird (schade, denn aufgrund meines Urlaubs werde ich von ihr wohl eher wenig mitbekommen). Die letzte Woche bevor Marie gefahren ist waren wir ziemlich beschäftigt, denn wir haben zwei Dokumente fertig gestellt, einmal über das Center, die Arbeit die wir dort machen und Ideen für Aktivitäten und ganz viele Hinweise für zukünftige long term volunteers und eimal ein Dokument mit Profilen einiger Kinder und ihren jeweiligen Bedürfnissen und Fähigkeiten. Also praktisch all die Informationen, welche wir auch gerne gehabt hätten, als wir ankamen.

Diese Dokumente haben wir dann an VPV weitergegeben und hoffentlich werden sie in Zukunft den Freiwilligen ausgehändigt, welche nach uns nach Thuy An kommen.

An dem letzten Wochenende von Marie in Hanoi haben wir dann noch mal alles gemacht, was wir auch sonst immer gemacht oder uns schon immer mal vorgenommen haben. So waren wir am Samstag richtig groß feiern (einmal Geburtstag von Oana, einer Schweizerin, und dann ihre Abschiedsparty) und waren gut essen, waren einkaufen und ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr genau was wir so alles gemacht haben. Aber ich weiß, dass wir unsere Zeit sehr genossen haben und ich glaube Marie ein gutes letztes Wochenende hier hatte. Am Sonntag gab ich ihr dann noch meine Abschiedsgeschenke, einen Stempel, den ich von jemandem hatte schnitzen lassen, mit ihrem Namen  und einem schönen Motiv darauf, ein selbst gezeichnetes Bild von mir und ein paar Kindern vor dem center und dann auf der Rückseite Unterschriften von ganz vielen Kindern und ein paar Mitarbeitern. Marie hat es auch sehr gut gefallen glaube ich.

An diesem Wochenende ist noch etwas ziemlich cooles passiert und zwar hat Milena mir erzählt, dass sie gerade zwei Leute getroffen hat, die ihre „motorbikes“ verkaufen wollen und sic auch ihre Nummer aufgeschrieben hat. Ich wollte mir ja schon seit Wochen eines kaufen, wusste aber nie so recht, wo ich denn ein sicheres, aber dennoch billiges herbekommen sollte. So entschieden Milena und ich uns die Beiden motorbikes mal anzuschauen und das machten wir dann auch. Mir sagte auch eines der Beiden sehr zu, obwohl ich natürlich prinzipiell keine Ahnung habe wo drauf man achten muss. Da ich ja außer einem kurzen hn und herfahren auf dem Hof des Peace houses noch nie auf so einem ding gefahren bin, ist Milena den Roller für mich Probe gefahren und fand ich auch recht gut. Ich sagte den Besitzern (ein Engländer und eine Schwedin), dass ich darüber nachdenken müsste und ging dann zum Hotel zurück, um dort meine Eltern anzurufen und auch meinen Kontostand zu checken. Trotz einiger Bedenken meiner Eltern entschloss ich mich letztendlich das eld zu investieren und habe es auch bis jetzt noch nicht bereut. Leider konnte ich das erste Mal erst am folgenden Wochenende fahren, da ich mir dafür ein bisschen Zeit nehmen und auch nicht gerade im hanoier Stadtverkehr mit dem Üben beginnen wollte.

Das folgende Wochenende lief es dann aber unglaublich gut. Am Samstag morgen übte ich mit Linh aus dem peace house und er fuhr ersmal selbst mit mir hinten drauf und erklärte mir alles, ,dann tauschten wir, so dass er noch jederzeit eingreifen konnte. Dann trauten wir uns auch einmal raus auf die Straße, das peace house ist ja zum Glück recht abgelegen und die Straßen sehr breit, wenn auch nicht gerade gut. So fuhren wir ca. 1 Stunde herum und ich wurde immer sicherer, wir fuhren auch ein kurzes Stück auf der großen Autobahn, die dann weiter in die Innenstadt führt, allerdings machte meine Kontaktlinse Probleme und so fuhr Linh dann den letzten Kilometer zurück. Am gleichen Tag wollten ein paar Leute in die Stadt fahren und ins Kino gehen und ich konnte der Versuchung nicht widerstehen mit meinem Roller selbst in die Stadt zu fahren. So fuhr ich zu Beginn noch sehr langsam, die Anderen waren schon längst in der Stadt, und ich verfuhr mich anfangs ein bisschen, fand dann aber den Weg in die Stadt ziemlich problemlos. Ich muss sagen es war ein unglaublich tolles Gefühl durch die Stadt zu fahren, obwohl es auch sehr anstrengend war, da ich genau in der rush hour fuhr. Aber als ich es dann zum Kino geschafft hatte, war ich schon ziemlich stolz auf mich. An dem darauf folgenden Montag traute ich mich dann auch zurück zu meinem Projekt zu fahren, obwohl die Strecke fast 50 km lang ist. Allerdings ging es die ganze Zeit nur geradeaus und dann einmal rechts und dann war ich schon in Son Tay. Da es geregnet hat, war es leider sehr kalt und ich war gezwungen sehr langsam zu fahren, aber irgendwann hatte ich es dann zurück ins center geschafft, wo mein motorbike erstmall von allen begutachtet wurde. Ich war furchtbar durchgefroren und fand leider meinen Schlüssel nicht, so konnte ich mich auch nicht aufwärmen und musste dann so zum Mittagessen gehen. Leider hatte ich an dem Tag noch nichts gegessen und es waren zahlreiche Gäste da, so gab es zwar richtig gutes Essen, aber auch unglaublic viel Reiswein, vor allem mal wieder für die Westlerin, deren Toleranzgrenze man ja gerne testen möchte. So war ich nach dem Mittagessen leider ziemlich agetrunken und musste mich erstmal hinlegen, nachdem die Schweizerin mit dem Schlüssel gekommen war, und ich schlief dann auch durch bis zum nächsten Morgen, wo ich noch packen musste und dann ging es auch schon wieder los mit dem Motorroller nach Hanoi.

Eintrag vom 02.01.2009:

Dies ist der erste Eintrag im neuen Jahr und nachdem dann auch in Deutschland der Jahreswechsel leicht verspätet stattgefunden hat (nämlich 6 Stunden später als bei uns), dachte ich, ich erzähle mal wieder ein bisschen was ich denn so mache.

Gerade sitze ich auf meinem Bett in einer Jugendherberge in Bangkok. In dieser wunderbaren Stadt habe ich auch Silvester verbracht, gemeinsam mit 6 anderen Freiwillige aus Vietnam und meiner Schwester.

Am 22 Dezember letzten Jahres bin ich nämlich nach Perth, Australien geflogen, um sie dort zu besuchen und mit ihr Weihnachten zu verbringen. Australien war unglaublich schön, auch wenn die ganze Reise dorthin erstmal sehr anstrengend war. So bin ich Dienstags um 3 Uhr mit meinem Motorroller aus Thuy An aufgebrochen. Mein riesiger Rucksack war hinten drauf festgezurrt, die Sonne hat geschienen und die Fahrt hat mir großen Spaß gemacht. Im Peace house angekommen musste ich erstmal meinen Rucksack umpacken und meine Visumsunterlagen für Australien ausdrucken. Dann bekam ich noch einen Anruf vom Papa, der mich fragte, ob ich denn alles hätte und ob ich denn schon wüsste, wie ich zum Flughafen komme. Ich war der Meinung ich hätte noch sehr viel Zeit, denn es war viertel vor 5 und ich dachte mein Flieger geht um 22 Uhr. Zum Glück schaute ich dann noch mal auf das Ticket und sah, dass der Flieger um 20:30 abflog!! So war ich also plötzlich im Stress, alle Pläne von wegen gemütlich umpacken, Abendessen und vielleicht noch mal kurz in der Stadt ein Mitbringsel für Fricki kaufen, waren vergessen und es sah wohl so aus, als müsste ich ein teures Taxi zum Flughafen nehmen, damit ich noch rechtzeitig dort ankomme, aber dann bot mir einer der Hausmeister vom Peace house, mit dem ich mich sowieso gut verstehe und der auch in unserem Alter ist, an mich mit dem Motorrad zum Flughafen zu fahren. Ich nahm das Angebot auch dankend an und dann ging es 30 Minuten später los, mein Rucksack nun zwischen Lenker und Fahrer und ich hinten drauf. Die Fahrt war sehr lustig, dauerte ca. 45 Minuten und um 7 Uhr war ich dann auch am Flughafen. Meine liebe mami hätte jetzt sicherlich schon einen Herzinfarkt bekommen, aber ich habe dann eingecheckt und hatte drinnen noch Zeit ein bisschen herumzulaufen und eine vietnamesische Suppe zu essen, bevor es dann in den Flieger ging. Es war schon ein seltsames Gefühl Vietnam zu verlassen, aber nicht nach Deutschland zu fliegen, sondern zu wissen, das man wieder zurückkehrt.

Der Flug war dann recht schnell, der anstrengende Teil kam ja erst noch. In Bangkok erwartete mich nämlich ein 9,5 stündiger Aufenthalt am Flughafen und das auch noch nachts, denn ich kam um ca. 22 Uhr an. So vertrieb ich mir die Zeit mit den verschiedensten Dingen, lief erstmal planlos am Flughafen herum, bis ich irgendwann den Bereich entdeckte, der für Transitpassagiere gedacht war. Hier gab es zum Beispiel einen Burger King und zum ersten Mal seit 4 Monaten aß ich wieder einen richtig guten Burger mit Pommes. Nach dem Essen entdeckte ich dann einen Bereich mit solchen Schlafliegen, also wie eine Art Sessel, die man nach hinten klappen kann und darauf dann mehr oder weniger komfortabel schlafen. Das wäre ja auch ideal gewesen, wenn meine Liege nicht direkt neben einer Kühlungsmaschine gestanden hätte und ich trotz meiner langen Hose und langem Oberteil so stark gefroren habe, das an Schlaf kaum zu denken war. Auch machte ich mir natürlich Sorgen um mein Gepäck und klammerte mich also an meinen Laptop und meine Handtasche, während ich versuchte einzuschlafen. Neben mir lag ein Mann aus Pakistan, der mich ein bisschen ablenkte und sich mit mir unterhielt. Er war Professor an einer Universität und hatte einiges zu erzählen, allerdings war ich furchtbar müde und so versuchte ich bald wieder zu schlafen. Ich tat ihm wohl so leid, wie ich gefroren habe, dass er mir irgendwann eine Art Samthose in die Hand drückte und sagte, ich könne sie behalten. So seltsam einem das vielleicht im ersten Moment vorkommen mag, so war ich doch ausgesprochen dankbar, zog die Hose gleich an und schlief dann um einiges besser, obwohl leider meiner Füße furchtbar kalt waren, ich hatte nämlich den Fehler begangen Flip Flops zu tragen J

Irgendwann kam dann aber auch der –morgen und um 7:30 Uhr hob mein Flieger Richtung Australien ab.

Der Flug war lang, aber das Essen gut und es war ein tolles Gefühl als man endlich unter sich Australien sehen konnte. Es dauerte dann noch eine Weile bis ich mein Gepäck bekam, mich s gut es ging frisch machte und dann durch den Zoll durch war, aber ich konnte hinter den sich automatisch öffnenden Türen schon Fricki auf mich warten sehen, braun gebrannt und mit Sonnenhut winkte sie mir fröhlich zu. Nachdem die Zollbeamte meine Einreisekarte, die ich ihr zwei Minuten vorher in die Hand gedrückt hatte, nicht mehr fand, machte ich mir kurz Sorgen, dass sich nun alles verzögern wurde, aber sie nickte schließlich, machte eine einladende Handbewegung und sagte in ihrem australischen Englisch nur „Australia“: ich durfte nun also das Land betreten und mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht, trotz Müdigkeit, lief ich auf meine Schwester zu. Wir umarmten uns auch und hatten beide Tränen in den Augen, die aber bei dem folgenden gegenseitigen Begutachten schnell vergessen waren. Frickis erstes Kommentar war „Du siehst so vietnamesisch aus.“ (Ich trug eine schwarze, weitere Hose, Fricki nennt sie auch Aladdinhose, eine blaue Bluse und FlipFlops), meine Gegenfrage darauf „Echt, cool. Ist das schlimm?“ und sie dann „Nein, nur anders.“ Dann kommentierte sie noch, wie fertig ich denn aussehe, auch wenn sie das jetzt bestreitet

Daraufhin ging es aber auch schon los, zusammen mit ihrer Freundin Lara fuhren wir mit dem Auto zu einem Freund, wo sie noch ihr Gepäck abholen musste und ich zum Glück duschen und mich umziehen durfte. Dann fuhren wir beim hostel vorbei, war ich ausgesprochen ordentlich und schön fand, und machten uns auf den Weg zu einem barbecue, wo ich dann auch ein paar von Frickis Bekannten kennen lernen konnte. Insgesamt hatte ich eine ganz tolle Zeit in Australien, wir haben die Tage sehr entspannt angehen lassen, haben die Stadt erkundet, waren ein bisschen einkaufen, einen ganzen Tag nur am Strand, zwei Mal im Kino und waren gut essen und haben vor allem jeden Tag ausgeschlafen und sehr, sehr viel geredet. Es war also wirklich eine schöne Zeit und obwohl ich nur einen ganz winzigen Teil Australien gesehen habe, so bin ich doch froh, einmal dort gewesen zu sein und zu sehen wo sich meine Schwester in den letzten Monaten hauptsächlich aufgehalten hat. An Weihnachten haben wir übrigens nichts Besonderes gemacht, es war ja auch erst mein erster voller Tag in Australien und so haben wir uns die Stadt angeguckt und Abends dann unser traditionelles Weihnachtsessen gekocht (Rösti mit Lachs und Creme fraíshe, diesmal ohne Kaviar, haha), was uns auch meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist. So richtig weihnachtliche Stimmung wollte aufgrund der Hitze und des fehlenden Wohnzimmers mit Weihnachtsbaum nicht aufkommen, aber es war schön wenigstens ein bisschen Familie um sich rum zu haben, wenn schon nicht alle dabei sein konnten.

Am 28.ten hatten wir noch einen ganz netten Abend mit ein paar anderen Deutschen aus dem hostel und am 29.ten ging es dann zum Flughafen und mit dem Flieger nach Bangkok. Der Flug war ganz lustig, wir schauten vor allem Filme, aßen sehr leckeres Thai curry und spielten gegeneinander Tetris. Um ca. 23 Uhr kamen wir dann in Thailand an und sobald wir die Einreise hinter uns hatten, suchten wir uns ein Taxi zum hostel, was gar nicht so einfach war, da sie uns viel zu hohe Preise nannten. Zum Glück trafen wir aber eine andere Deutsche, die schon seit ein paar Monaten in Thailand lebt und mit der wir dann zusammen losgefahren sind. Wir unterhielten uns auf der Fahrt und es stellte sich heraus, dass sie in Passau Kulturwirtschaft mit Südostasienschwerpunkt studiert, einer der Studiengänge, die mich auch sehr interessieren und so unterhielten wir uns also darüber sehr lange und tauschten auch mailadressen aus. Irgendwann kamen wir dann am hostel an und legten uns praktisch nur noch ins Bett. Die meisten der anderen waren noch unterwegs feiern, aber Julia war wach geblieben um uns noch hallo zu sagen, was ich sehr lieb fand.

Die Tage in Bangkok gingen jetzt furchtbar schnell rum, da wir die Abende meistens in einer Bar oder einem Club waren und so immer länger schliefen und auch die Hitze einen sehr träge macht und man so gar nicht immer so viel Energie hat, um sehr viel zu unternehmen. Trotzdem haben wir einige schöne Dinge gemacht, zum Beispiel eine Bootstour, wir sind viel durch die Straßen gelaufen, waren im Zoo und haben uns heute einen Park angeschaut und selbstverständlich Silvester gefeiert. Wenn es klappt treffen wir uns morgen mit einer Freundin von mir, die ich in den USA kennen gelernt und seit zwei Jahren nicht mehr gesehen habe. Ansonsten geht es morgen dann schon ans packen und übermorgen müssen wir dann schon wieder weg.

Gestenr waren wir auch in einem Buchladen und Fricki und ich haben uns Beide ein Buch gekauft mit dem Namen „This is not a book“, wo lustige und interessante Aufgaben drinstehen, die man so machen und darin dokumentieren soll. Fricki hat auch schon angefangen, vielleicht erzähle ich später mal genauer, wenn ich dann auch etwas gemacht habe.

Ansonsten war ich vor dem Silvesterabend noch beim Friseur und habe endlich wieder eine vorzeigbare Frisur ^^

Interessant finde ich übrigens wie sehr man hier im Ausland merkt, wie man sich doch schon an Vietnam gewöhnt hat. So denke ich, dass Thailand wirklich ganz anderes ist als Vietnam, auch wenn das einem normalen Südostasientouristen wahrscheinlich nicht so auffallen würde und auch viele unserer Gewohnheiten oder das wir immer versuchen mit den Taxifahrern vietnamesisch zu reden, zeigt schon, dass wir eine Weile in Vietnam verbracht haben. So sagte Julia 8aus Hai Duong) vor ein paar Tagen etwas wie: Lasst uns jetzt nicht asiatisch essen, das habe wir doch dann zuhause wieder. Irgendetwas in die Richtung jedenfalls und ich weiß noch, wie sehr wir alle lachen mussten, denn Vietnam fühlt sich wirklich wie Zuhause an und ich habe Fricki in den letzten Tagen wirklich genervt, da mir ständig Sachen rausgerutscht sind, wie „In Vietnam ist es ganz anders“ oder „Ach, ich vermisse es nur von Asiaten umgeben zu sein“ und auch in den Bars haben sich Julia und ich hier in Thailand immer nach den Asiaten umgedreht und nicht nach den Westlern

 

Nun, sonst gibt es nicht viel Neues, 2010 hat ja auch gerade erst angefangen, ganz wichtig aber noch:

 

ALLES GUTE ZUM GEBURTSTAG JOTAM!!!!! Mein kleiner Bruder ist nämlich heute 1 Jahr alt geworden, sehr schade, dass wir nicht da sein können, um ihm zu gratulieren.

 

Außerdem möchte ich noch Julias Eltern grüßen, da sie mir erzählt hat, dass sie auch fleißig meinen Blog mitlesen. Viele Grüße also an Sie.

 

 

Wenn wir zurück nach Vietnam kommen geht es direkt zur Mid-term-evaluation in Nam Dinh province und erst am 11.01 wieder zurück ins Projekt.

 

Dann berichte ich auch wieder. Ganz liebe Grüße an alle bis dahin, ich hoffe ihr seid gut ins neue Jahr gekommen und entschuldigt bitte diesen etwas verwirrten Eintrag, ich habe ihn an verschiedenen Tagen geschrieben und bin sicherlich mit den Zeiten öfters durcheinander gekommen.

 

Bis bald, hab euch lieb

 

Sissi

 

 

 

 

 

 

7 Kommentare 3.1.10 06:59, kommentieren

Nur ein kurzes Update

Hallo ihr,

 

ich sitze gerade bei French Toast und Ananassaft in Hanoi und versuche alle meine mails zu beantworten, aber leider spinnt das internet rum, ich hoffe also ,dass ich wenigstens auf meinen Blog schreiben kann.

Facebook funktioniert auch seit Wochen nirgendwo mehr richtig, das Gleiche mit StudiVZ. Kann mich also weder bei Michi, Sarah, noch Mailinh melden. Euch schreibe ich aber bald wieder Hoffe ansonsten, dass es allen gut geht natürlich.

 Hmm, was gibt es Neues zu berichten, seit einer Woche ist es richtig richtig kalt hier, vor allem da die Zimmer keine Glasfenster, sondern Gitter haben und wir immer noch kein warmes Wasser in der Dusche haben. Waschen ist also jedesmal eine Tortur und Marie und ich haben inzwischen die Gewohnheit entwickelt unsere Haare getrennt vom Körper zu waschen, denn Beides gleichzeitig ist einfach zu viel,das können Jungs jetzt vielleicht weniger verstehen, aber es ist wirklich wie Eiswasser. Vor allem Nachts ist es natürlich kalt und so wickeln wir uns in mehrere Decken, die wir immerhin vom Projekt bekommen haben.

Seit Donnerstag morgen sind die beiden Däninnen jetzt weg und Marie und ich sind alleine. Ungefähr 10 Minuten nachdem die Beiden weg waren, kamen erstmal 5 von den Männern hier in unser Zimmer und sagten irgendwas über Betten rausräumen, neue Betten renstellen, Polizei und was weiß ich nicht alles. So fingen sie also an unser Zimmer komplett umzuräumen, am Anfang waren wir Beide ziemlich genervt, es war ziemlich unordentlich und wir hatten eigentlich vor gehabt aufzuräumen, sobald die Mädels weg sind. So mussten wir uns einige Kommentare anhören lassen über unser "dreckiges" Zimmer und unsere Sachen wurden mit relativ wenig Respekt behandelt während sie das Zimmer leer räumten. Allerdings muss ich zugeben, es war ganz nett mal alle Ecken putzen zu können und die neue Anordnung der Möbel gefällt mir auch ziemlich gut.

So sclhafe ich jetzt also auf der anderne Seite des Zimmers und Marie und ich haben uns recht gemütlich eingerichtet.

 

Leider kommt ihre Abreise imer näher und ich mache mir große Sorgen für die Zeit danach, denn alleine ist es im Projekt schon ziemlich anstrengend.

Zum Glück geht es im Dezember, ca. eine Woche nachdem Marie nach Hause fährt, erstmal zu Fricki nach Australien.

Bis dahin haben Marie und ich noch einige Pläne für das Projekt und überhaupt.

 Vor ein paar Wochen hat in Thuy An so ein Trainingsprojekt für die Lehrer und Nurses angefangen, leider ist die Arbeit in dieser Zeit sehr anstrengend, da wir viele der Klassen übernehmen müssen, aber ich hoffe sehr, dass dieses Training eine Verbesserung in den Lehrmethoden und der Umgangsweise mit den Kindern mit sich bringt und wenn es nur ein kleines bisschen ist.

Eventuell werde ich selbst mit anderen Freiwilligen ab Februar dieses Projekt weiterführen (nicht das Training selbst, aber die Organisation der Trainings/Fortbildungen), da Martyna, die zurzeit Verantwortliche dann wieder nach Hause fährt.

Seit ein paar Wochen haben Marie und ich wieder angefangen laufen zu gehen, meistens Abends und dann nur 30 bis 60 Minuten, aber es ist ganz schön, sich mal wieder zu bewegen.

 So, jetzt versuche ich das nochmal mit den mails und dann geht es nach Hause.

Hoffe ich höre bald wieder von euch allen, freue mich immer sehr über kommentare oder Anrufe (Anne und Schüni, euch antworte ich gleich in den Kommentaren). 

 

Hab euch lieb,

 

Sissi

 

Achso, wollte noch schnell hinzufügen, bin seit Mittwoch diese Woche seit genau drei Monaten hier!!!!! Bis Ende Februar geht die Zeit jetzt sicher noch recht schnell rum, erst fährt Marie, dann fliege ich nach Australien, dann fahre ich im Februar in den Süden und treffe dort Mailinh!!

Anne und Schüni, euch habe ich geantwortet, allerdings bei den Kommentaren des letzten Artikels

 

 

10 Kommentare 22.11.09 08:09, kommentieren

Ein bisschen was Neues

Hallo ihr, hier also endlich der nächste „richtige“ Blogeintrag,

erstmal also zu Halong bay. Wir haben den Bus dorthin genommen, was ungefähr drei Stunden dauern sollte, am Ende waren es vier, aber es war auf jeden Fall okay, abgesehen von einem kleinen detail. Wir fuhren also seit ca. drei Stunden, ich saß am Fenster und telefonierte mit jemandem. Die Sonne schien und ich ahnte nichts Böses, als plötzlich das Fenster neben mir explodierte...Wahrscheinlich ist das nicht das richtige Wort, aber es war ein ohrenbetäubender Lärm und ich war plötzlich covered in glass......Worte können meinen Schockzustand wohl eher schlecht beschreiben, aber ich habe mich wirklich erschreckt, denn in der ersten Sekunde dachte ich wir hätten einen Unfall. Zum Glück ist mir nichts Schlimmes passiert, ich hatte nur ein paar Kratzer am Arm. Der Busfahrer hielt an und schaute sich kurz das Fenster an, zuckte mit den Schultern und fuhr dann weiter.....Na ja, du ich saß halt so da mit Glasscherben auf meinem Schoß und dem Sitz und eigentlich überall. Ich bewegte mich für die Rest der Fahrt dann überhaupt nicht mehr, denn ich hatte Angst mich in die Scherben zu setzen. So fuhren wir also weiter, bis der Busfahrer dann anhielt und uns an irgendeiner Brücke rausließ. Wir waren ziemlich verwirrt, denn wir dachten ja der Bus fährt uns bis in die Stadt. Wir sind ja alle immer noch der Meinung, dass der Busfahrer das extra gemacht hat, denn auf der Brücke standen mehrere xe om driver, die uns für viel Geld in die Stadt mitnahmen. Das Wetter war übrigens super, obwohl es schon Mitte Oktober war.

Wir kamen also in der Stadt an, die direkt am Wasser lag, wechselten Geld, suchten ein Hotel und gingen etwas essen. Es war Freitag Nachmittag und den Rest des Tages verbrachten wir damit die Stadt zu erkunden und dann Abends eine Tour zu buchen. Eigentlich wollten wir zwei Tage auf einem Boot übernachten, aber weil wir erst Nachmittags ankamen waren wir zu spät dran und schliefen die erste Nacht im Hotel. Das war aber auch ganz lustig, haben gut, wenn auch eher wenig geschlafen und im Nachhinein hätte ich nicht noch eine Nacht auf dem Boot bleiben wollen. Das einzig anstrengende am ersten Tag war, dass wir eine Tour buchen wollten für den nächsten Tag, also eben eine Nacht auf einem Boot übernachten und durch Halong bay fahren. Stefan (der volunteer aus Island, der mit Frido zusammenwohnt) hatte so eine Tour schon mal gemacht und 27 dollar bezahlt, mit Bus von Hanoi und zurück und wir wollten einen ähnlichen Preis haben. Also redeten wir erst mit den Leuten in unserem Hotel (in Halong und auch in Hanoi hat fast jedes Hotel wie eine Art Reisebüro in der Lobby) und er wollte einen viel zu hohen Preis von 60 dollar. Also sagten wir ihm wir würden es uns überlegen und fragten in der Stad herum. Leider fanden wir nirgendwo einen besseren Preis, wir waren ja auch ziemlich spät dran und die meisten Leute buchen ihre Tour von Hanoi aus. Also gingen wir zurück ins Hotel, wo Stefan die letzte Option ausprobierte und den Typen anrief, wo er die letzte tour gebucht hatte. Dieser bot uns gleich einen Preis von 35 dollar an, den wir noch auf 30 runterhandelten. Der Typ vom Hotel hörte die Konversation mit und war plötzlich ganz verzweifelt uns eine Tour zu verkaufen, denn es war schon spät und er dachte sich wohl lieber wenig Geld als gar keins und so fing er an den Mann am Telefon zu unterbieten. Dieser ging auch mit dem Preis runter, bis auf 20 dollar, der Mann vom Hotel bot uns 29 dollar an. Wir entschieden uns letztendlich dann für diesen Preis, denn das Hotelzimmer war included und wir wurden ein bisschen misstrauisch dem Mann am Telefon gegenüber, denn 20 dollar ist schon ziemlich wenig. So hatten wir also endlich unsere Tour und am nächsten Tag um 12 Uhr ging es los. Wir wurden vom Hotel abgeholt und zum Hafen gefahren, wo der Stress dann leider erst losging. Wir warteten erst ewig auf jemanden der uns unser Boot zeigt, dann gingen wir auf ein Boot, dann schickte man uns wieder runter und dann doch wieder drauf, letztendlich fuhren wir fast drei Stunden später los als geplant und noch ein paar andere Kleinigkeiten waren nicht besonders toll, aber abgesehen davon war Halong bay unglaublich schön, wir saßen an Deck in der Sonne und genossen den unglaublichen Ausblick, total surreal, als würde man durch ein Foto fahren, so viele hatte ich davor schon von diesem Ort gesehen. Wir verbrachten fast die ganze Nacht auf dem Deck und schliefen nur in den allerfrühesten Morgenstunden ein wenig, denn um 6 Uhr morgens mussten wir aufstehen, da Kanufahren auf dem Programm stand. Das war fast ein bisschen lächerlich, da nur eine halbe Stunde dafür eingeplant war. Wir wollten aber unbedingt schwimmen gehen, also fuhren wir mit den Kanus zu einem kleinen Holzsteg und sprangen dann ins Wasser. Übrigens waren wir nur zu viert, denn die Jungs schliefen noch ^^

Danach gab es Frühstück und ich rief Fricki in Australien an, das erste Mal, dass ich mit ihr gesprochen habe seit September. Leider mussten wir es kurz machen, wegen dem Geld, aber ihr geht es ziemlich gut. Danach wollten wir noch ein bisschen schlafen, aber leider weckte uns jemand auf und schmiss uns aus der Kabine, da sie sauber machen mussten. So verbrachten wir den Rest der Zeit an Deck und gingen dann von Bord und nach einem kurzen Mittagessen mit allen Leuten vom Boot (in einem riesigen Restaurant, wo wohl alle Touristen hingebracht werden, denn an jedem Tisch saßen Touristen und wir trafen sogar ein paar Leute, die wir kannten, zum Beispiel die Dänen aus meinem Zimmer.

Dann ging es mit dem Bus wieder nach Hanoi, wo mir erneut etwas Lustiges passiert ist. Ich traf ein Paar aus Deutschland und unterhielt mich ein bisschen mit ihnen und fand heraus, dass sie Frau als Stewardess für Lufthansa arbeitet. Sie hatte eine richtig gute Idee und bot mir an meinem Papa etwas in sein Lufthansapostfach zu legen. Also schrieb ich ihm eine Postkarte und gab sie der Frau mit. Die Karte ist inzwischen übrigens da und war eine nette Überraschung, glaube ich ^^

Das war also Halong bay. Eigentlich gibt es hier in Vietnam auch nichts Neues, in wenigen Tagen bin ich seit drei Monaten hier und die Zeit geht nun wirklich schnell rum. Es wird jetzt Zeit für unseren ersten Bericht für ICJA und nächsten Donnerstag verlassen Marie und Astrid aus Dänemark Thuy An und reisen mit ihren Eltern durchs Land bevor sie dann nach Hause fliegen. Es wird sicher komisch, aber auch ein bisschen stressfreier ohne die Beiden, bin schon gespannt, aber auch ein bisschen nervös, denn es kommt damit auch mehr Arbeit auf uns zu. Gar nicht denken mag ich daran, dass Marie auch in wenigen Wochen nach Hause geht und ich dann wieder ganz alleine im Projekt bin.

Die letzte Woche war wirklich anstrengend, denn gerade läuft ein Projekt einer anderen Freiwilligen aus Polen in unserem center, wo die Lehrer und Nurses ein Training bekommen, wie sie ihre Arbeit verbessern können (seehr nötig) und deshalb müssen wir vier alle Klassen übernehmen. Das war wirklich hart und hin und wieder wirklich an der Grenze meiner Belastungsfähigkeit.

Hmm, was gibt es noch, Marie und ich haben angefangen hin und wieder joggen zu gehen und diese Woche sind wir jeden Morgen um 7 aufgestanden, um außerhalb des centers Pho zu essen (traditionelle vietnamesische Nudelsuppe) und dabei schlechte gameshows zu gucken. Letzte Woche haben wir auch mit dem Direktor ein Fußballspiel geguckt (Thailand gegen Vietnam) und ich glaube wegen der WM nächstes Jahr brauche ich mir keine Gedanken zu machen, denn hier sind alle wirklich fußballbegeistert.

Das jetzt erstmal von mir, die nächsten Wochen werde ich wohl nicht nach Hanoi fahren, aber ich werde wohl ins Internetcafe gehen diese Woche, um meine e-mails zu beantworten und dann vielleicht auch wieder auf meinen Blog zu schreiben. Gibt schon noch ein paar Sachen zu erzählen, könnt natürlich wie immer auch gerne Fragen stellen : )

Im Dezember fliege ich übrigens nach Australien, um Fricki zu besuchen und Silvester bin ich, wenn alles klappt, in Bangkok mit Fricki J Da freue ich mich schon seit Wochen drauf und ich hoffe sehr, dass das alles hinhaut mit den Visas und so.

Hoffe euch geht es allen geht, mehr von mir bald.

 

Hab euch lieb und vermisse euch,

 

Sissi

 

4 Kommentare 14.11.09 07:43, kommentieren

Nur ein kurzes Lebenszeichen

Das Wochenende vom 16.ten bis zum 18.ten Oktober sind Marie (eigentlich immer Canada, außer ich schreibe es dazu) und ich in Thuy An geblieben, um Geld zu sparen und ein bisschen zu entspannen. Das Wochenende hat wirklich gut getan, nicht nur meinem Konto Endlich mal richtig ausschlafen, Zeit fürs Internetcafe, mit den Kindern spielen, lesen...Wir haben ein paar Lernspiele für die Kinder fertig gebastelt und sind Samstags nach Son Tay gefahren, haben uns die Stadt angeguckt und waren im Supermarkt. Sonntag Abend waren wir dann bei Mrs. Loi eingeladen zum Essen. Es gab mal wieder unglaublich viel Hühnchen, aber auch Frühlingsrollen, Spiegelei und natürlich unmengen an Reis, sowie eine komische klebrige grüne Masse zum Nachtisch, mal wieder eine Art Reiskuchen. Zu den Frühlingsrollen, diese waren nicht kross frittiert, sondern mit einer Art Blatt umwickelt und schmecken fast besser, als die „normalen“. Was aber das außergewöhnlichste war, dass es an diesem Abend zu essen gab war neben ein paar Innereien das Herz des Hühnchens...Mrs. Loi bot uns dieses, hier als Delikatesse geltendes Stück an, und Marie sagte ohne zu zögern zu. Ich war ein bisschen geschockt und erst abgeneigt, aber Marie hatte schon probiert und meinte es schmeckt eigentlich nach gar nichts. So wagte ich es dann doch und ich muss sagen, dass sie Recht hat. Kann man mal gegessen haben, aber muss auch nicht unbedingt sein ^^

Das war also das Wochenende.

Sonstige highlights der letzten Wochen waren zum Beispiel der Vietnamese womens day an dem es (ironischerweise) einen Kochwettbewerb der weiblichen Mitarbeiter gab. Sie waren in drei große Gruppen aufgeteilt und haben unglaublich viel Essen gekocht, was danach von dem Direktor und einigen anderen Administrationsleuten getestet und bewertet wurde. Es gab auch einen Blumenwettbewerb, wo der schönste Strauß gekürt wurde.

Eigentlich sollten wir beim Kochen auch ein bisschen helfen, aber es war ja ein Wettbewerb und so waren alle Frauen sehr darauf bedacht alles perfekt zu machen und so hatten wir nicht wirklich etwas zu tun. Es regnete leider sehr stark und so konnte das Ganze nicht draußen stattfinden, wie es eigentlich geplant war. Nach der Preisvergabe kam dann aber der beste Teil, nämlich das Essen ^^Wir durften nämlich mitessen und es gab wirklich einige leckere Dinge, wie etwa eine Art Eiersalat, unzählbar viele Frühlingsrollen und alles Mögliche mehr. Leider fing dann auch wieder das Reiswein trinken an, was bei solchen größeren Veranstaltungen hier sehr normal ist. So tranken Marie und ich also mal wieder hochprozentigen Alkohol, allerdings schafften wir es diesmal nicht mehr als ein kleines Glas zu leeren, denn meistens nippten wir nur höflich anstatt jedes Mal auszutrinken. Um 11 Uhr Mittags ist das wirklich nicht zu empfehlen.

Nach dem Essen wuschen die Frauen dann ab, auch dabei wollte man uns nicht helfen lassen, so unterstützten wir dann die Männer beim Karaoke singen und sangen auch selbst ein paar englische Lieder.

Achso, ich weiß gar nicht, ob ich das schon erzählt habe, aber falls nicht schreibe ich es jetzt noch mal, an einem Tag vor ein paar Wochen haben wir uns entschieden selbst zu kochen und gleich auch noch ein paar Mitarbeiter einzuladen. Wir nahmen uns den Nachmittag frei und fuhren zum Supermarkt in Son Tay, wo wir alles nötige einkauften. Besonders groß ist die Auswahl im Supermarkt nicht, aber wir waren kreativ und haben letztendlich einige leckere, wenn auch zugegebenermaßen simple Gerichte zubereitet. Es gab neben Nudeln mit einer sehr leckeren Tomatensauce mit Gemüse und Sahne auch Nudelsalat, Gemüseplatten mit Dip und einen leckeren Nachtisch aus Joghurt und Obstsalat. Ja, das hört sich nicht sehr besonders an, war aber nach wochenlanger Reisdiät eine sehr willkommene Abwechslung. Den meisten Mitarbeitern schmeckte es auch recht gut, vor allem unserem Mentor, der immer wieder lachend sagte „Das schmeckt überhaupt nicht“ und trotzdem immer wieder zulangte. Insgesamt  war es also ein sehr lustiger Abend und von den Resten konnten wir uns noch zwei weitere Tage satt essen.

Das Interessanteste was ich aber in den letzten Wochen gemacht habe, war das Wochenende in Halong Bay vor zwei Wochen. Es stand erst gar nicht fest, ob ich überhaupt mitkomme, denn eigentlich wollten die Freiwilligen aus Hai Duong das Ganze alleine machen. Wir trafen uns aber alle schon Donnerstag Abends in Ha Noi und nach einem netten Abend waren wir uns dann alle einig, dass doch nichts dagegen spricht, wenn ich mitkomme. So trafen wir uns also Freitag Morgens an der Bushaltestelle von wo wir einen Bus nach Halong Bay nehmen wollten. Was Halong bay eigentlich ist, das müsst ihr vielleicht mal bei google eintippen und euch die Fotos anschauen, die sagen eigentlich schon alles. Halong Bay ist einfach ein ganz schöner Platz Erde, leider voll von Touristen, aber trotzdem sehr sehenswert.

So, ihr seid mir jetzt sicherlich böse, aber es ist schon 4 Uhr und ich muss den Bus nach Hause nehmen. Ich verspreche sobald ich kann mehr zu schreiben, damit ihr auch auf dem neuesten Stand seid und dann erzähle ich auch mehr von Halong bay. Es ist halt manchmal schwer sich zu motivieren über die letzten Wochen zu erzählen, wenn einem so viele Sachen hier schon so normal vorkommen. Ivch freue mich auch immer von euch zu hören und hoffe ich schaffe es diese Woche endlich auch mal individuell zu antworten J Das richtet sich vor allem gerade an Mailinh, Norman, Jana und Sebastian, ich habe euch nicht vergessen.

Ganz liebe Grüße, bald wieder mehr

 

Sissi

8.11.09 10:16, kommentieren

Krankenhaus un andere Kleinigkeiten

Hallo an alle lieben Leser zuhause oder wo auch immer ihr seid,

 

ich sitze mal wieder in Ha Noi, mal wieder in meinem Stammcafe und fahre nachher nach Hause, allerdings ist es diesmal schon Montag..

Dieses Wochenende war bisher irgendwie echt verrückt, aber ich erzähle gleich davon, erstmal kurz von den letzten beiden Wochen.

Die erste Woche war wirklich gut, wir hatten ja das erste Mal eine volle Woche zu dritt und mit unserem Arbeitsplan lief es echt ganz gut, wir haben die Englischklassen aufgeteilt, also die Abends, das heißt jeder unterrichtet den Staff nur einmal die Woche, dafür haben wir jetzt öfters die Abende frei und arbeiten stattdessen mehr vormittags und nachmittags. Je mehr Leute es sind, umso besser kann man sich auch in den Klassen morgens organisieren, denn es sind schon viele Kinder, trotzdem haben wir auch Tage wo wir es so aufteilen, dass wir nur zu zweit zum Beispiel in der klasse mit den stark behinderten Kindern sind, denn die sind um einiges anstrengender und benötigen mehr Aufmerksamkeit, als eine Klasse mit älteren Schülern, die eben Mathe lernen. Ich habe ja letztes Mal ein bisschen von der Arbeit hier erzählt, also es hat sich nicht wahnsinnig viel geändert, wir haben es einfach nur ein bisschen strukturiert und versuchen auch Abwechslung rein zu bringen, damit wir nicht demotiviert werden und unsere Ideen in verschiedenen Klassen ausprobieren können. Mit Marie klappt das echt super gut, ich leihe ihr manchmal meinen computer, damit sie DVDs schauen kann und solche Sachen. Am Wochenende sind dann ca. 20 Freiwillige nach Thuy An gekommen, ca. 15 Vietnamesen und 5 Mädels aus Australien und England und Milli war auch dabei. Denn letzten Samstag war Moon-festival oder auch Mid-Autumn festival, ein Fest, dass hier überall in Vietnam gefeiert wird und Samstag abend stattfinden sollte. Also waren die Freiwilligen da, um für Abends Laternen zu basteln, das Center zu dekorieren und Obst aufzuschneiden, wobei ich auch mitgeholfen und mitgegessen habe : )

An dem Samstag war ich allerdings schon ziemlich müde irgendwie, auch ein bisschen von der Woche natürlich, aber ich habe echt viel geschlafen. Abends ging es mir dann gut, das fest war total schön, nicht nur alle vom Center waren da, sondern auch ganz viele Kinder aus dem Dorf und viele Eltern derjenigen Kinder, die noch welche haben, sind gekommen und insgesamt war der Abend für die Kinder ein ganz besonderer glaube ich.

Es gab mal wieder zahlreiche Tänze und Auftritte von Sängern, aber auch kleine Mädchen, die fast eine Art cheerleading gemacht haben und die westlichen Freiwilligen, die da waren, haben ein vietnamesisches Lied einstudiert und vorgesungen. Das tollste fand ich persönlich den Drachentanz, mit dem das festival eingeleitet wurde. Wie man das von Bildern aus China vielleicht kennt ist das ein Tanz mit einem großen Drachenkopf und es wird praktisch ein Kampf dargestellt und am Ende der Drachen natürlich besiegt. Das ganze fand übrigens auf dem Hof statt, es war also viel Platz und alle Kinder saßen auf kleinen Stühlchen und in der Mitte stand ein riesiger Tisch voll mit Obst, Süßigkeiten und Mondkuchen. Mondkuchen ist ein Gebäckstück extra für das Moonfestival und es gibt alle möglichen Variationen, mir persönlich schmeckt es nicht besonders, denn es ist meistens eine süße, klebrige Masse mit irgendetwas komischem in der Mitte.

Irgendwann kam dann ein Punkt an dem alle Kinder in die Mitte rennen und den Tisch plündern durften, das war echt niedlich. Das war also ein sehr schöner Abend. Als es dann vorüber war habe ich geholfen die Kinder ins Bett zu bringen und dann haben mich ein paar der „Kinder“ (16-29jährige), die im Rollstuhl sitzen, aber nicht geistig behindert sind, noch mit ihnen und ein paar anderen Leuten aus der Gegend eingeladen mit ihnen im Zimmer zu sitzen und Wein (hier Reiswein, also hochprozentiger Alkohol ) zu trinken. Das ist hier leider echt ein bisschen problematisch, als Westler schätzen einen die meisten als sehr alkoholtolerant ein und finden es auch spannend mit einem zu trinken und dann heißt es immer „100%“, „100%“ und es wird pausenlos nachgeschenkt. Es war aber eine lustige Runde, wir haben uns halb Vietnamesisch, halb Englisch miteinander verständigt und auf dem Bett gesessen, Nüsse und Süßigkeiten gegessen und eben Wein getrunken. Das lustigste ist auch, dass die hier ständig nach meiner handynummer fragen, obwohl ich doch mit ihnen im center wohne ^^

Am nächsten Tag war ich ziemlich müde und Abends habe ich dann zum ersten Mal wieder Fieber bekommen seit der Woche davor und diesmal auch höher, hatte 39 grad, genauso am Montag, da ging das Fieber fast bis 40 grad hoch, hörte aber Nachmittags wieder auf. So ging das die nächsten Tage weiter, ich hatte furchtbare Kopfschmerzen und ständig Schüttelfrost.

Ich konnte kaum Essen bei mir behalten und mein Magen rumorte pausenlos. Zwischendurch ging es mir aber auch immer wieder recht gut und trotz 39 grad fieber hatte ich eigentlich recht wenig Kopfschmerzen. Auch das Fieber ging hin und wieder runter.

Am Montag hatte mich der Direktor des centers, der auch Arzt ist, kurz besucht, aber nur gesagt ich soll Paracetamol nehmen, also das Fieber senken. Das kam mir nun eher komisch vor, denn Fieber kommt ja normalerweise nicht aus dem nichts. Am nächsten Tag kam dann der andere Arzt aus dem center und ich ging mit ihm ins Krankenzimmer, wo er mir mit einer sehr altmodischen Lampe auf dem Kopf (musste an Strom angeschlossen werden ^^) in den Hals schaute. Er sagte meine Lymphknoten seien vergrößert und verschrieb mir vier Sachen, die ich dann auch gleich bekam (ohne Packung oder Packungsbeilage versteht sich). Eine Sache davon war mal wieder Paracetamol, die andere Mulitivitamintabletten, die anderen zwei kannte ich nicht, also entschied ich erstmal gar nichts davon zu nehmen ^

Ich telefonierte oft mit meinem Papa zuhause, was sehr viel geholfen hat und er hat im Internet die Medikamente nachgeschaut, die der Arzt mir verschrieben hatte und auch meine Symptome mit verschiedenen Krankheiten verglichen J

Der Arzt hatte mir ein entzündungshemmendes Mittel verschrieben, sowie Antibotika. Da meine Symptome dem Dengue-Fieber recht ähnlich waren und ich sichergehen wollte und dich auch mein Zustand in keinster Weise verbesserte, entschied ich mich dann Donnerstag ins Krankenhaus zu fahren, um einen Bluttest zu machen. Die anderen drei (inzwischen warr Marie, eine Dänin und Freundin von Astrid angekommen, mir nicht besonders sympathisch, bleibt aber nur bis Mitte November) begleiteten mich nach Ha Noi.

Zu dem Zeitpunkt ging es mir den Umständen entsprechend und trotz hohem Fieber eigentlich gut und so war der Weg nach Ha Noi eigentlich erstmal lustig, denn der Taxifahrer zur Bushaltestelle wollte uns gnadenlos abziehen. Ein xe om zum Bus kostet ca. 30.000 Vietnamesische dong (100.000 dong ca. 4 Euro). Da wir 4 Leute waren wollten wir ein taxi nehmen, damit es billiger ist. Der Taxifahrer wollte aber erstmal 240.000 VND!! J Wir nur gelacht und knallhart gehandelt auf den richtigen Preis von 90.000. Der vietnamesische guard von unserem center hat aber auch geholfen, denn er kam rüber und hat bei den Verhandlunen zugehört. So hat der taxifahrer irgendwann klein beigegeben J

In Ha Noi fuhren wir dann mit dem Taxi zum Französischen Krankenhaus, dachten wir jedenfalls, denn im Reiseführer stand die falsche Adresse, nämlich die von der frz. Botschaft (die übrigens sehr hübsch ist). So mussten wir dann noch mal 20 minuten laufen zum Krankenhaus, wir hatten allerdings einen netten vietnamesen, der uns dorthin gebracht hat und nicht nur ausgezeichnet Englisch, sondern auf Französisch sprach und mich gefragt hat, ob ich Taizé kenne :D

Endlich angekommen kam erstmal die Frage, wer von uns krank sei und ich bekam dann erstmal einen Mundschutz und musste einen Fragebogen ausfüllen, gegen was ich geimpft bin, ob ich sonstige Krankheiten habe, wie viel Alkohol ich pro Woche trinke und solche Sachen ^^, dann warteten wir eine Ewigkeit auf einen Arzt und dann ging die Untersuchung endlich los. Er (vietnamesischer Arzt) fragte mich nach meinen Symptomen, maß meinen Puls und Blutdruck und nahm eine Speichelprobe, schaute in meinen Hals, ich musste eine Urinprobe abgeben und eine Schwester nahm Blut ab, wobei ich wieder zuschaute, ich finde das ja immer spannend ^^

Ich kam mir also recht gut untersucht vor und der Arzt sagte mir er würde mein Blut auf dengue Fieber und Schweinegrippe testen und ich solle doch zwei Stunden warten, es war allerdings schon 9 Uhr Abends und so sagte ich ihm ich würde am nächsten Tag wiederkommen. Alle waren hungrig und müde und ich wollte sie nicht so lange warten lassen, außerdem mussten wir noch ein Hotel für die Nacht finden. Wir fuhren also zum altbewährten lollipub, wo sie allerdings einen viel zu hohen Preis verlangten. Wir versuchten ewig lang zu verhandeln und versuchten ihnen klar zu machen, dass wir Stammkunden sind und bleiben würden und das ganze Wochenende bleiben würden. Astrid und Marie aus Dänemark waren total schnell genervt und ungeduldig und gingen dann nebenan in ein billiges Hotel, was aber nicht besonders schön ist und in dem wir unser erstes Wochenende in Ha Noi gewohnt hatten. Marie und ich blieben aber dort und irgendwann kam der Chef vorbei, denn ich zum Glück vom letzten Mal kannte und er sagte sofort „okay“ zu dem Preis den wir vorschlugen. Die anderen Mitarbeiter haben ganz schön geguckt hihi. Hier in Vietnam ist es echt super, wenn man connections hat und vor allem Stammkunde irgendwo ist, denn wenn dich die Leute kennen sind sie sehr entgegenkommend und versuchen dich nicht über den Tisch zu ziehen.

So hatten Marie und ich ein riesen Zimmer und machten uns dann erstmal auf den Weg zum Abendessen und gingen dann recht früh ins Bett. Der doktor rief mich an dem Abend noch auf dem handy an, um mir Mitzuteilen, dass ich keine der beiden Krankheiten hätte, aber ein Blutwert bei mir ausgesprochen hoch sei und ich wohl eine Infektion im Magen habe.

Am nächsten Tag fuhren wir dann zurück ins Krankenhaus, damit ich meine Medikamente abholen konnte. Vorher machten wir uns noch auf den Weg zur Bank, damit ich mein Geld holen konnte, das verlief sehr stressig, ausführlicher aber am Telefon, ist eine längere Geschichte. Im Krankenhaus trafen wir Julia, die irgendeinen Ausschlag untersuchen lassen wollte und so fuhren wir hinterher dann gemeinsam zurück in die Stadt.

Wir wollten an dem Tag noch ein bisschen einkaufen gehen und machten uns auf den Weg zum nightmarket, ein endlos langer Markt mit allen möglichen (gefälschten) Dingen und eigentlich ein Einkaufsparadies, allerdings waren wir auf der Suche nach Kleidern und da wird es schon schwieriger. Wer Vienamesen kennt, die meisten haben so ungefähr eine size zero bis negative 2 Figur ^^und sind zudem recht klein. So fanden wir entweder etwas was uns gar nicht passte oder oben passte, aber kaum über unserenhintern ging. Die anderen beiden fanden Oberteile, ich kaufte hingegen nichts und zog Abends dann ein Kleid an, was ich letzte woche gekauft hatte. Tailormade, grün, sehr hübsch J

Abends trafen wir dann Frido, die anderen Deutschen aus seinem Projekt, Stefan aus Island und eine Freundin von Frido, die gerade work and travel in Australien macht und ihn besuchen kam im dragonfly und gingen später mal wieder im Solace feiern. Es war ein super Abend, alle Krankheit vergessen und wir fielen todmüde ins Bett

Am nächsten Tag wachten Julia und ich super früh auf, ließen Marie schlafen und gingen total lecker frühstücken in einem Cafe was wir entdeckt haben, wo es Waffeln und French toast und leckeres Müsli mit joghurt gibt. Dann gingen wir noch ein bisschen DVD shoppen, bei einem Laden wo ich auch schon Stammkundin bin ^^ und die Besitzerin mir immer einen ziemlich guten Preis macht. Sie hat auch eine niedliche kleine Katze, die sich von mir immer kraulen lässt. Dann schauten wir erstmal ein bisschen DVD im Zimmer und verbrachten den Rest des Tages eher entspannt, bis Julia und ich dann Abends zum Geburtstag eines deutschen volunteers eingeladen waren und Karaoke singen gingen. Dann ging es noch mal tanzen, allerdings war es diesmal unerträglich voll, denn Samstag war der 999. Geburtstag der Sadt Ha Noi ^^

Also fuhren wir später noch zu einer anderen Bar, wo wir uns mit ein paar Engländern sehr nett unterhielten, einer von ihnen war Journalist und hat schon überall in Asien gelebt und hatte wirklich sehr viele interessante Sachen zu erzählen.

Dieses Wochenende habe ich mich also eher nicht gut um meine Krankheit gekümmert, wenig geschlafen, gegessen was ich wollte und meine Medizin nicht genommen. Damit habe ich dafür diesen Sonntag angefangen und heute geht es mir blendend. Warum ich jetzt Montag hier bin ist weil die anderen sonntags ziemlich früh nach Hause wollten und ich noch einiges erledigen wollte, wie zum Beispiel diesen Blogeintrag zu schreiben und meine Fotos auf den Computer zu laden. Also entschied ich mich für eine weitere Nacht in Ha Noi. Sonntag Abend habe ich noch Charlotte und Frido verabschiedet, die sich jetzt für eine Woche auf den Weg in den Süden machen. Sie hätten beinahe ihren Bus verpasst und so rannten wir etwa 15 minuten gehetzt durch die Straßen von Ha Noi und fanden die Straße sogar erstaunlich schnell, obwohl wir uns zu Beginn verirrt hatten.

Letzte Nacht habe ich ca. 14 Stunden wie ein Stein geschlafen und fühle mich jetzt fit und ausgeruht. Meine Medizin wirkt gut, nehme sie aber natürlich weiter, insbesondere die Antibiotika.

Das Highlight der Woche vor dem Moon festival wollte ich noch schnell erzählen. Wir hatten mal wieder Vietnamesischstunde (immer Mittwoch abends) und fingen an Aussprache zu üben. Das sah so aus, dass wir die Silbe „be“ in ihren sechs Bedeutungen, also Tönen übten. Wir lachten uns pausenlos kaputt, denn wir hörten uns an wie Schaafe und bekamen es am Anfang überhaupt nicht hin. Sagt ihr mal mehrmals hintereinander „be be be be be be“, irgendwann kommt man sich echt doof vor :D

Wir hatten also Spaß und dann fragten wir Miss Loi über die vietnamesische Nationalhymne aus und sie begann diese zu singen. Dann bat sie uns drei doch unsere zu singen und so taten wir dies hintereinander. Es war wirklich ein seltsames, aber schönes Gefühl irgendwo in Vietnam in einem kleinen Örtchen mit drei Menschen aus unterschiedlichen Ländern zu sitzen und all diese Lieder zu hören, die jedem Einzelnen so viel bedeuten. So hörten wir also erst die kanadische Hymne auf französisch, dann sang ich die deutsche und dann sang Astrid die dänische. Sehr schönes Erlebnis.

Letzte Woche war ich leider unglaublich genervt von meinem Projekt und von allem, jetzt bin ich aber wieder motiviert und freue mich auf die kommende Woche.

Ein paar Sachen will ich noch loswerden ,die mir jetzt so einfallen:

 

 

SCHLAAAAAAAND!!! WIR SIND DABEI 2010!!!

 

Schüni, super, dass du meine Seite gefunden hast. Und hey, habe gerade gesehen, dass Dänemark die Qualifikation auch geschafft hat!!!!! Juchhu!! Habe an dich gedacht und wollte dir das unbedingt schreiben, hoffe nur, dass sie nicht gegen Deutschland spielen, denn dann fliegen sie ja raus haha

 

Lici, keine Sorge, hier oben merkt man davon gar nichts von den Unwettern, die sind ja in Mittel und Südvietnam. Habe davon eigentlich fast nichts gewusst, denn ich bekomme ja in meinem center nichts mit. Den Freiwilligen in Indonesien und auf den Philippinen geht es zum Glück auch allen gut.

 

Norman, das Lied ist super!!

 

Mama, habe mir die Uni Zürich mal angeschaut, super! Weiß aber nicht wie schwer es ist da reinzukommen.

 

Oma und Opa, vielen Dank für eure Anrufe. Freue mich immer darüber.

 

Alle die hier mitlesen und jetzt an der Uni sind, meldet euch mal, will wissen wies so ist.

 

Mama, Papa, Fricki, Oli und Jotam, habe euch sehr lieb!!!!

 

Hoffe ich habe nichts vergessen und schreibe wieder sobald es geht. Versuche auch gleich Fotos draufzustellen, Papa, gib mir doch wenn’s geht mal deinen mobile me account login, dann kann ich die da uach hochladen. Eigener account geht leider nicht ohne Kreditkarte.

 

 

Lieb hab und habt eine schöne Woche,

 

Sissi

6 Kommentare 12.10.09 07:41, kommentieren