Endlich mal wieder ein Lebenszeichen ;)

Liebe Leute in der Heimat,

 

Ich sitze gerade (Mittwoch, 16.09) auf meinem Bett, draußen regnet es und es ist schon merklich kühler, der Herbst hat auch in Vietnam Einzug gehalten. Nebenbei esse ich leckere Kekse, die ca. 40 cent kosten und fast eine Woche halten (manchmal).

Es ist einige Tage her, dass ich euch das letzte Mal geschrieben habe. Das hat definitiv mehrere Gründe. Zum einen hatte ich letzte Woche hier im Internetcafe einen ca. zwei Seiten langen Blogeintrag geschrieben, der leider aufgrund der langsamen Internetverbindung oder warum auch immer statt auf meinem Blog zu erscheinen einfach gelöscht wurde....

Da ich ca. zwei Stunden gebraucht hatte, um alles aufzuschreiben, war ich zu frustriert, um es gleich noch mal zu versuchen, außerdem musste ich zur Arbeit. Hier im center gibt es zwar einen PC mit Internetanschluss, allerdings ist der Raum selten offen und der PC ist zwar auf US Tastatur eingestellt, trotzdem kommen vietnamesische Buchstaben, wenn man auf die Tasten gedrückt. Warum das so ist konnte ich bis jetzt noch nicht rausfinden und deshalb schreibe ich jetzt also auf meinem laptop und schließe entweder später das Internetkabel an meinen laptop an oder schicke es dann am Wochenende ab, sollte ich in Ha Noi sein.

Weil ich so viel zu schreiben habe mache ich vielleicht nachher eine Pause und schreibe morgen weiter, ich hoffe ihr haltet durch, der Eintrag wird lang

Ich erzähle jetzt erstmal von den letzten Wochen, wer darauf nicht so viel Lust hat, kann das ja auch überspringen.

 

Bis jetzt

 

Das erste Wochenende im Projekt

 

Für den ersten Samstag, den ich in Thuy An verbringen sollte, hatte mich der Direktor eingeladen mit einigen Staffmitgliedern und ca. 70 Kindern mit in den Wasserpark in Ha Noi zu fahren. Ich war erstmal skeptisch, es sollte um 6 Uhr morgens losgehen und ich dachte, vielleicht freut er sich einfach über eine weitere Arbeitskraft. Ich quälte mich also Samstagmorgens aus dem Bett und stieg etwas zu spät (wie immer eben) in den größeren der zwei Busse. Dann ging es auch schon los, die Kinder alle in ihrer niedlichen kleinen Uniform, mit weißen Hemden und blauen Hosen. Im Bus bekam ich dann erstmal Frühstück, einen in Bananenblätter eingewickelter Reiskuchen, der ganz in Ordnung war. Nach etwa zwei Stunden Fahrt kamen wir dann auch schon an. Allerdings nicht im Wasserpark, sondern in einer Art Zoo. Ich war erstmal überrascht und plötzlich überhaupt nicht mehr sicher, dass ich das mit dem Schwimmen gehen richtig verstanden hatte. Das Handtuch in meiner Tasche war mir nun schon etwas peinlich ^^, aber ich marschierte trotzdem mit den vielen Kindern los durch den Zoo. Dieser war definitiv anders, als man deutsche Zoos so kennt, um einiges kleiner und die Tiergehege waren weit verstreut. Trotzdem war es natürlich spannend Tiger, Affen, einen Elefanten und einige andere Tiere zu sehen, von denen ich noch nie gehört hatte. Die Kinder versuchten eifrig mir die vietnamesischen Namen der Tiere beizubringen und fanden meinen chinesischen Fächer unglaublich interessant (obwohl diese doch hier an jeder Ecke verkauft werden?). Was mir auch noch aufgefallen ist, allerdings eher negativ, war die kitschige vietnamesische Popmusik an jeder Ecke und eher billig aussehende Attraktionen für Kinder, wie eine Art Käfig voll mit bunten Bällen (so wie im McDonalds am Fankfurter Flughafen) und kleine Wasserbecken, aus denen Kinder Fischatrappen  fischen konnten. Alles in allem erinnerte mich das irgendwie an einen billigen Jahrmarkt. Ich war übrigens mal wieder die einzige Westlerin weit und breit und an den Blicken der Vietnamesen sah ich, dass sich keiner von ihnen erklären konnte, was denn eine Tay mit einer Gruppe von vietnamesischen Kindern zu tun hat.

Die Zeit im Zoo verging recht schnell und dann ging es auch schon weiter mit dem Bus. Ich dachte schon, dass wir nach Hause fuhren und war recht enttäuscht, doch es ging dann doch weiter zum Wasserpark. Dort angekommen wollten wir eigentlich eine Art Picknick veranstalten, deshalb trugen ich und ein paar andere Leute Wassermelonen zum Eingang (ich kam mir vor wie Baby aus „dirty dancing“, wer die Szene kennt . Diese durften wir allerdings nicht mit reinnehmen, deshalb gab es stattdessen süße Milch für die Kinder. Sehr gut, kann ich nur empfehlen, vor allem eiskalt aus dem Kühlschrank. Dann ging es in den Wasserpark, wo wir erst nur ein bisschen herumliefen und dann in einen großen Raum gingen, wo es wohl Mittagessen geben sollte. Dort saßen auch zwei andere Gruppen, allerdings nur Männer. Diese waren sehr trinkfreudig und prosteten mir des Öfteren zu, war ich doch auch hier wieder die einzige Ausländerin. Ein Vietnamese versuchte sogar mit mir zu flirten und hielt sein handy hoch, ich glaube er wollte meine Nummer haben ^^ Also meinem Ego tut das hier schon gut, man wird von vielen mit ganz anderen Maßstäben gemessen, Hauptsache helle Haut und blaue Augen, dann liegt man schon ganz hoch im Kurs ^^

Jedenfalls hatte ich diesen Eindruck bei den Leuten, die mir bisher begegnet sind.

Außerdem versuchte mir einer der Mitarbeiter des Centers beizubringen wie man besonders schnell mit Stäbchen Reis in sich hineinschauffelt. Ihr werdet es vielleicht nicht glauben, aber ich habe es tatsächlich nicht hinbekommen, es ist doch schwerer als es aussieht.

Nach dem Essen ging es dann endlich zum Schwimmen, erst in einem großen Wellenbad mit gelben Schwimmreifen, später bin ich dann auch mit einem anderen Mitarbeiter rutschen gegangen. Jaa, Sissi hat sich tatsächlich auf eine steile, komplett dunkle Wasserrutsche getraut, die man mit so doppelschwimmreifen runterrutscht. Während dem Schwimmen habe ich übrigens mein T-shirt angelassen, obwohl ich meinen Bikini drunterhatte, aber wie schon im Schwimmbad kam ich mir mit Bikini einfach zu nackt vor. Nach dem Rutschen ging ich dann zum Sprungturm und sprang vom 4m (!) Brett. Eigentlich traue ich mich so etwas ja nicht, aber wer kann schon von sich behaupten vom 4m Brett gesprungen zu sein Dort war ich mal wieder eine Attraktion, denn ich sah die ganze Zeit nur Männer vom Turm springen, keine einzige Frau.

Im Park gab auch so eine Tarzanähnliche Anlage, wo man sich an einer Eisenstange festhält und über ein Wasserbecken rast und sich dann irgendwann fallen lässt. Nach dem Schwimmen sahen wir dann ein paar eher schlechte Mickey Maus und Donald Duck Imitationen durch den Park laufen und machten einige Fotos mit den Kindern. Ich kam mir vor wie im vietnamesischen Disneyland ^^

Zum Abschluss des Tages ging es dann noch aufs Riesenrad, von wo aus man eine tolle Aussicht auf den ganzen Park und auch die Stadt hatte. Insgesamt war also der Ausflug in den Wasserpark ein tolles Erlebnis und meine Erwartungen haben sich gar nicht bestätigt. Abends fuhren wir dann zurück und ich besuchte Mrs. Loi, die Englischlehrerin in Thuy An. Sie hatte mich zum Abendessen eingeladen. Hier bekam ich meinen ersten Eindruck einer vietnamesischen Familie, wir aßen gemeinsam mit ihrer Nichte und den zwei Neffen (alle drei in meinem Alter) und sahen fern.  Das war ein bisschen Gastfamilienfeeling und Mrs. Loi sagt auch immer, dass sie ab jetzt meine Tante ist und ich immer vorbeikommen kann, wenn ich möchte. Das ist also positiv

Danach hat mich ihre Nichte mitgenommen zu einem Dorffest, wo auch tatsächlich das ganze Dorf anwesend war (also etwa 300 Leute ^^). Hier haben Kinder und Erwachsene auf einer Bühne gesungen und getanzt. Fotos konnte ich davon aber leider nicht machen, denn es war zu dunkel. Eine Frau hat mich auch gefragt, ob ich nicht auf die Bühne gehen möchte und ein Lied singen, aber ich habe dankend abgelehnt J

Wer mit mir schon mal Karaoke singen war, der weiß warum ^^

Abgesehen davon wäre mir außer der Nationalhymne gar kein deutschsprachiges Lied eingefallen, das ich komplett auswendig kann.

Am nächsten Tag war ich wieder zum Essen eingeladen, dass war ein bisschen seltsam, weil Mrs. Loi nicht da war und die Anderen praktisch kein Englisch sprechen. So schwiegen wir uns eher an während dem Essen. Der Eine von ihnen kommt jetzt aber auch zum Englischunterricht in Thuy An, dann kann ich bestimmt bald besser mit ihm kommunizieren.

Das erste Wochenende ging aber recht schnell rum und nachdem es mir Donnerstag und Freitag wirklich nicht gut ging war es schön irgendetwas zu tun zu haben und die Leute ein bisschen besser kennen zu lernen.

 

Die erste Woche im Projekt und 2. September

 

Die erste Woche war recht abwechslungsreich und kommt mir im Nachhinein jetzt schon sehr weit weg vor, weil ich zu dem Zeitpunkt ja noch niemanden richtig kannte und keine Ahnung hatte, was wann wo in meinem Projekt passiert. Es hieß ich sollte mir in den ersten Wochen erstmal alles angucken, so schaute ich also in verschiedene Klassen rein und half beim Essen reichen mit. Ich fühlte mich noch ziemlich unsicher und nicht sehr nützlich. Das geht mir in Vietnam aber des Öfteren so, es ist schon unglaublich, dass man doch der Meinung ist eigentlich alles zu können und dann kommt man sich hier in so vielen Situationen so hilflos und unwissend vor, wie ein kleines Kind. Da ich noch keinen festen Arbeitsplan hatte arbeitete ich in den ersten beiden Tagen einfach so wie es mir passte. Da die Arbeit hier körperlich sehr anstrengend ist und auch „emotionally exhausting“, ging ich immer Mittags zurück in mein Zimmer und schlief einfach. Die Hitze und die neue Situation machten mir immer noch sehr zu schaffen und ich freute mich auf den 2.September, den Nationalfeiertag in Vietnam, an dem ich mich mit Milli, Frido und Julia in Ha Noi treffen wollte. Ich fuhr also mit einer sehr positiven Stimmung Richtung Ha Noi. Dort gingen wir Abends erstmal feiern, den nächsten Tag schliefen wir dann lange aus. Von dem Wochenende habe ich ja auch das letzte Mal schon ein bisschen erzählt, deshalb jetzt nicht mehr so lang. Am Nationalfeiertag selbst haben wir dann prakisch nichts mehr gemacht, denn wir suchten ewig nach etwas zu Essen und konnten uns gar nicht einigen. So entschieden wir uns letztendlich für Pizza in einem Restaurant. Die Stadt war überall recht nett dekoriert und man sah überall Flaggen, aber von den eigentlichen Feierlichkeiten haben wir nichts mitbekommen und es konnte uns auch niemand sagen wo irgendetwas stattfindet. So fuhren wir dann nachmittags alle in unsere Projekte zurück. Ich muss sagen, obwohl es immer recht lustig ist in Hanoi und es gut tat mit den anderen Beiden (von Milli haben wir eher weniger gesehen am Wochenende) über unsere Projekte zu reden strengt die Stadt doch sehr an. Es ist laut und heiß und ständig fragen einen xe om Fahrer, ob man nicht mit ihnen irgendwohin fahren möchte. Ein „Nein“ in egal welcher Sprache wird meistens ignoriert und so war ich hingerissen zwischen Vorfreude auf meine stille Provinz und Angst vor dem allein sein.

 

Astrid

 

Am Donnerstag war dann aber eine nette Überraschung als Chinh (Mitarbeiterin von VPV) nachmittags vorbeikam und Astrid, die Dänin, im Gepäck hatte. J

Ich wusste ja, dass sie kommen würde, allerdings wusste ich nicht genau wann und ich war natürlich total gespannt. Sie ist total nett und ich bin total froh, dass sie hier ist. Sie ist sehr motiviert und hat viele Ideen, man kann mit ihr aber auch einfach super reden und auch mal seinen Frust ablassen. Mit Chinh habe ich erstmal etwa zwei Stunden meine Situation geschildert und sie war sehr freundlich, auch wenn die Antwort auf die meisten Dinge war „Well, I can’t do anything about that.“ Trotzdem hat sie dafür gesorgt, dass jemand unsere Dusche und das Klo repariert und die Waschmaschine endlich funktioniert. Außerdem haben wir endlich über einen Arbeitsschedule gesprochen. Inzwischen sieht das auch wieder alles ganz anders aus, aber davon schreibe ich später. Nach dem Arbeitsplan arbeit ich ca. 32 Stunden die Woche, fange erst um 9:30 Uhr an, habe einen Großteil des Nachmittags frei und muss montags später anfangen und höre freitags früher auf. So kann ich mir auch mal ein langes Wochenende nehmen. Astrid und ich haben auch viele Pläne für die nächsten Wochen, davon schreibe ich gleich noch.

 

Ninh Binh

 

Am Wochenende hatte uns der Direktor eingeladen zusammen mit den anderen Mitarbeitern nach Ninh Binh zu fahren, wo eine der größten Pagoden Vietnams ist. Leider mussten wir dafür um 5:30 Uhr aufstehen, aber im Nachhinein hat es sich wirklich gelohnt. Wir fuhren mit ca. 30 Mitarbeitern in einem Bus nach Ninh Binh. Auf dem Hinweg machten unsere iPods die Runde, dalle waren ganz begeistert die fremde Musik anzuhören und die Spiele auszuprobieren. Die Pagode war recht nett, allerdings war es einfach unglaublich heiß und sehr anstrengend, denn als einzige Westler wollten ständig Leute mit uns Fotos machen, vor allem junge Mädels, die dann in allen Möglichen Kombinationen und vor verschiedenen Hintergründen mit uns Fotos machten.

Danach ging es zum Essen, wo wir das erste Mal Ziegenfleisch ausprobierten, eine Spezialität der Region und lernten, wie man Reispapier mit Gemüse und Fleisch füllt und einrollt. Ziemlich lecker das Ganze. Die Mitarbeiter des Restaurants legten uns allerdings jedem eine Gabel hin, was natürlich nett gemeint war, aber da unsere Stäbchenkünste besser waren, doch eher unnötig. Nur größere Fleischstücke mit Stäbchen zu essen bereitet mir noch Schwierigkeiten. Danach dachten wir schon, dass wir nach Hause fahren würden, doch es ging noch weiter zum Besten Teil des Tages. Zu einem Ort der auch „Halong Bay auf dem Land“ genannt wird. Wir fuhren mit kleinen Booten (die Bootsfahrer paddelten mit den Füßen) durch eine unbeschreibliche schöne und friedliche Landschaft, mit Hügeln und Bergen die aus dem Wasser ragten, Reisfeldern und zahlreichen Höhlen, durch die wir fuhren. Ich habe davon auch ein paar Fotos und hoffe, ich kann diese bald online stellen. Auf dem Boot war wieder einer dieser Momente, wo ich sehr glücklich war und jeden Augenblick genossen habe. Die meiste Zeit war es still und jeder hing seinen eigenen Gedanken nach, ein bisschen tauschten Astrid und ich uns über unsere Zukunftspläne aus.

Nach der Bootsfahrt ging es dann noch mal weiter, diesmal zu drei Pagoden die auf einem Berg in den Fels gebaut waren und eine schöner als die Andere.

Danach waren wir schon sehr müde und freuten uns auf die Heimfahrt.

 

Workcamp, Karaoke und Laptop

 

Die folgende Woche war dann ein Workcamp in Thuy An, 10 Japaner die für etwa 10 Tage nach Vietnam gekommen waren. Gemeinsam mit ihnen arbeiteten wir morgens im Garten, was sehr anstrengend war, aber irgendwie sehr erfüllend, man sieht richtig was man geschafft hat und es gibt nichts Besseres als eine Dusche nach harter Arbeit. Ich hoffe, dass ich das Gefühl auch bald nach meiner Arbeit mit den Kindern habe und mich sicherer bei allem fühle.

Mit den Japanern verbrachten wir einen lustigen Abend in einer ziemlich guten und billigen Karaokebar in Thuy An und sangen alle Klassiker durch. Am nächsten Abend waren Astrid und ich dann eingelade zu einer Feier des Direktors, da sein Sohn die Zulassungsprüfung zur Uni geschafft hat. Wir fuhren also mit 20 Leuten in einem Van nach Son Tay. Auf dem Weh hielten wir noch an und einer der Mitarbeiter kaufte zwei riesige Blumensträuße und drückte sie Astrid und mir in die Hand. Bei der Feier angekommen drückten wir diese dann seinem Sohn in die Hand und sollten mit ihnen für Fotos posieren. Das Essen war sehr gut und es gab wirklich reichlich Bier, vor allem für uns. Irgendwie hatten die Mitarbeiter riesigen Spaß uns immer wieder nachzuschenken und dann beim anstoßen 100% zu rufen, was heißt fas ganze Glas zu exen. So waren Astrid und ich recht angeheitert und hatten eine gute Zeit bei der Feier. Allerdings ging es dann direkt nach dem Essen wieder zurück, alle standen plötzlich einfach auf und gingen. Das überraschte und Beide doch sehr, wir dachten alle würden noch bleiben und sich unterhalten oder Karaoke singen (es gab natürlich eine Karaokemaschine). So ging es also zurück ins Center. Dort erwartete uns der Kulturabend der workcampgruppe, die japanische Lieder sangen. Es war auch ein anderes workcamp seit zwei Tagen da, mit Leuten aus Australien, Frankreich, Deutschland und Japan. Mit ihnen tanzten wir dann auf der Bühne macarena. Auch die Kinder des Centers führten wieder ein paar Tänze und Lieder auf (das exakt gLeiche Programm wie an der Schuleröffnungsfeier am 4.09, aber da wir davon einen Großteil verschlafen hatten, war ich froh diesmal Fotos machen zu können).

Insgesamt ging diese Woche also sehr schnell rum. Leider ging das Aufladekabel meines laptops Mitten in der Woche kaputt, es ist durchgeschmort, und so nahm ich mir für Freitag vor in Ha Noi ein neues Kabel zu kaufen, nachdem meine Mutter zum Glück einen autorisierten Apple Händler hier gefunden hat.

 

 

 

 

Ha Noi

 

Freitags ging es also nach Ha Noi.

DiasWochenende in Ha Noi war gleichzeitig das bisher Beste und Schlimmste. Freitags fuhren Astrid und ich ziemlich früh los, so ca. um 8:30 Uhr verließen wir das center und liefen die Straße hoch Richtung Hauptstraße, denn wir wollten den Bus nach Son Tay nehmen. Allerdings hatten wir nur davon gehört, ob dieser Bus überhaupt fuhr, konnte uns irgendwie keiner verständlich machen, geschweige denn wo und wann. Wir standen also ein bisschen verloren auf der Straße rum und fragten hin und wieder jemanden, aber entweder schüttelten sie nur den Kopf oder fingen an schnelles Vietnamesisch zu reden und das verstehe ich ja nun mal gar nicht. Es hielt auch ein Militärauto an voll mit Männern, die uns blöd anstarrten, sie fuhren allerdings nicht nach Son Tay, konnten uns also nicht mitnehmen ^^

Naja, wir überlegten also nach etwa 15 Minuten doch ein xe om zu nehmen, denn wir wollten um ca. 9 Uhr einen Bus nach Ha Noi erwischen. Also riefen wir die Nummer von Mr. Khoa an, die uns jemand von VPV gegeben hatte, mit den Worten, der weiß dann Bescheid. Wir versuchten also unser Glück, leider sprach der gute Mann kein Englisch und verstand auch unsere Sätze in gebrochenem Vietnamesisch nicht ^^ Er rief zwar nach ein paar Minuten meinen Namen, also hatte er wohl tatsächlich schon von uns gehört, aber das half irgendwie auch nichts. Irgendwann legte er auf und Astrid und ich fragten uns, ob er denn jetzt kommt oder nicht. Also riefen wir noch mal an, hat aber auch nichts gebracht. Da wir nicht auf gut Glück 20 Minuten warten wollten liefen wir also zurück zum center und ließen uns dort von den Leuten zwei xe oms organisieren ^^ Hätten wir auch gleich machen können, letztendlich war es dann aber egal, wir schafften trotzdem noch einen Bus um kurz nach 9. Die Busfahrt war nicht besonders ereignisreich, abgesehen von der Tatsache, dass Astrid und ich einmal bis an die Decke geflogen sind (wie auch die anderen Passagiere), weil der Busfahrer zu schnell über eine Erhebung im Boden gefahren ist. In Ha Noi haben wir dann Julia getroffen und dann ging es erstmal zum „Apple Store.“ Dort bekam ich nach einigem hin uns her ein neues Aufladegerät für 55 US $, das ist fast die Hälfte vom eigentlichen Preis, aber hey, es sieht echt aus und es funktioniert. Der Typ in dem Laden meinte ja tatsächlich er könnte mein durchgeschmortes Kabel noch reparieren, das habe ich einfach mal angezweifelt und lieber die teurere Variante genommen. Danach sind wir noch in einen Buchladen, wo es angeblich eine große Auswahl von englischen Büchern geben sollte, das hat sich einfach mal als falsch herausgestellt ^^ Es gab ca. 20 Bücher auf Englisch, die Hälfte davon war Shakespeare etc. Ich habe mir dann letztendlich ein Buch von Charles Dickens gekauft, bin schon gespannt, ob das gut ist. Dann gingen wir etwas Essen in einem für die Essensmenge viel zu teuren Restaurant und dann verabschiedeten wir uns auch schon von Astrid und machten uns auf den Weg zum Bus, um nach Hai Duong (wird Hai Suong ausgesprochen) zu fahren. Dort trafen wir dann bei mittlerweile strömendem Regen Frido und wir setzten uns in ein Cafe und entschlossen uns mehr oder weniger gemeinsam nicht nach Haiphong zu fahren, denn für dort gab es eine Sturmwarnung für das gesamte Wochenende. Also hingen wir ein bisschen in Fridos Zimmer rum, was tatsächlich ziemlich groß ist. Dann machten wir uns auf den Weg die Stadt zu erkunden und einen Schlafplatz für Julia und mich zu finden.

Abends gingen wir dann noch etwas essen und abends schauten Julia und ich dann noch fern (ZDF und MTV) J

Am nächsten Tag entschieden wir uns nach Ha Noi zurück zu fahren, denn in Hai Duong gab es nicht wirklich etwas zu tun. In Ha Noi ging es dann Abends wie immer feiern, es waren zahlreiche Freiwillige da und wir waren erst im Dragonfly und dann wollten wir noch ins Solace gehen, aber Julia ging es nicht so gut, also gingen Frido und ich alleine, die anderen Freiwilligen wollten nachkommen. Leider war der Abend dann nicht mehr so gut, die Musik war zwar super und die Stimmung im Club auch, allerdings hatte ich ein bisschen zu viel getrunken und wollte irgendwann heim. Irgendwann zwischen verlassen des Clubs und Taxi wurde dann meine Handtasche geklaut, die genauen Umstände weiß ich selbst nicht mehr genau und sind letztendlich auch nicht so wichtig. Entscheidend ist, dass es einfach definitv meine Dummheit war und mein Bargeld, Führerschein, Persoalausweis, Kontaktlinsen und Kredit und EC-Karten weg sind.....ich war absolut am Boden zerstört und hab mich ziemlich aufgeregt und Frido glaub ich ganz schön genervt. Inzwischen habe ich mich aber beruhigt und bin einfach nur froh, dass nicht noch mehr weg ist und nichts Schlimmeres passiert ist.

Der nächste Tag war dann trotz dieser blöden Situation noch super, wir waren Essen, bei der Massage (Massage here hehe) und haben einfach nichts gemacht. Nach diesem anstrengenden Abend war das auch gut, glaube ich. Heimgefahren bin ich dann aber erst Montag, irgendwie wollte ich nicht alleine sein und mir weiter Vorwürfe machen, also fuhr ich für eine Nacht ins peace house, wo Milli mich ein bisschen aufbaute und ich mich einfach freute, alle Freiwilligen wieder zu sehen.

 

 

Heute

 

Jetzt sitze ich gerade wieder in HaNoi, ich habe Mittwoch dann nicht mehr fertig geschrieben, weil es einfach doch recht viel zu schreiben war.

So vergeht hier also die Zeit, die letzte Woche haben wir ziemlich viel mit dem anderen workcamp gearbeitet. So richtig nach schedule werden wir wohl kommende Woche arbeiten.

In Ha Noi waren wir mal wieder feiern, ich gestern allein mit ein paar australischen Mädels, die ich getroffen habe. Die anderen Beiden waren müde, Frido krank, deshalb bin ich dann mit den Mädels los. Der Abend war ziemlich verrückt, aber diesmal war nicht ich dran schuld und deshalb habe ich die Zeit hier auch eigentlich genossen. Gestern waren wir auch im Kino, haben für umgerechnet 2 Euro Ice Age 3 geguckt, ganz lustig, kann ich empfehlen, wenn man nichts besseres zu tun hat. Beim Abendessen haben wir auch die anderen Deutschen getroffen, die bei Frido im Projekt arbeiten. Mal sehen wie viel wir mir ihnen noch so zu tun haben werden, aber sie schienen ziemlich nett zu sein. Dieses Wochenende ist mir auch eine lutige Geschichte passiert und zwar waren wir Freitags im Dragonfly in einem Raum, wo man seine Schuhe vor der Tür stehen lassen muss. Als wir dann wieder rauskamen war einer meine Schuhe weg. Ich war ziemlich frustriert und so nahm ich mir einfach ein anderes Paar Flip Flops und bin dann damit feiern gegangen. Am nächsten Tag schauten wir noch mal nach und tatsächlich lag mein Schuh vor der Tür, also ließ ich die flip flops da und nahm meine Schuhe wieder mit ^^

Naja, viel mehr gibt es zum Wochenende eigentlich nicht zu sagen, unser hotel ist ganz nett und total zentral und gerade sitzen wir in einem cafe mit wifi, trinken Fruchtsaft und essen viel J

Die Stimmung ist leider nicht besonders, Frido ist schon weg, aus irgendeinem Grund waren alle heute Morgen recht negativ. Ich finde das ziemlich schade, vielleicht ist es doch nicht so gut, dass wir uns alle jedes Wochenende sehen, man merkt eben doch, dass jeder hier schauen muss wo er bleibt und man irgendwie doch immer alleine hier ist.

 

Ich höre jetzt mal auf zu schreiben, denn wir müssen langsam zur Bushaltestelle und dann nach Hause fahren.

Danke an alle die diesen Eintrag bis zum Ende durchgelesen haben und liebe Grüße wie immer an meine Familie und alle die mitlesen, besonders Fricki, die jetzt seit ein paar Tagen in Australien ist und an Norman. Danke für deine mails, ich freue mich über jede und schreibe dir auch bald mal gesondert zurück. Ich weiß nicht wann ich wieder schreiben kann, aber das nächste Mal erzähle ich ein bisschen mehr über unseren Arbeitsalltag und was wir so den ganzen Tag in Thuy An machen und auch was wir so für Pläne haben für die nächsten Wochen. Gerade geht es mir also ganz gut, ich mache mir aber schon so Gedanken um die Situation hier und ob mir das alles so gefällt wie es gerade läuft. Mehr dazu das nächste Mal.

 

Ich habe euch alle lieb und hoffe es geht euch gut.

 

Sissi

20.9.09 10:35

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bisher 8 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Fricki (20.9.09 16:27)
Hey Sissi,
schön mal wieder von dir zu hören! Du kleiner Datz mit deiner Tasche, ehrlich. Aber ich bin auch ganz schön verpeilt, hatte die falsche Buchung am Flughafen dabei und anfangs schon Sorgel, dass ich gar nicht erst nach Australien komme, weil ich ja kein Beweis hatte dass ich wirklich ein Ticket habe haha
Ich schreib gerade an einem Blogeintrag, also schau mal bei mir drauf: frickigoesoz.blogspot.com
Ich schreib dir auch später eine gesonderte Mail, gibt grad viel worüber ich mir Gedanken mache und fänd es schön, von dir was dazu zu hören. Aber das, wie gesagt, später.
Ich vermiss dich schrecklich, dicken Kuss nach Vietnam, pass weiterhin auf dich auf!!
Oh und keine Sorge ich bin nach wie vor in Australien und will auch hier bleiben, aber ob ich so reise wie bisher geplant weiß ich nicht mehr so genau, kannst dir denken worum es geht..
Hab dich lieb kleine, große Schwester!


Fricki & Papi (20.9.09 16:27)
äh große kleine Schwester meine ich natürlich


Anne (21.9.09 15:00)
Hey Sissi=)
Schön mal was von dir zu hören aus Vietnam!Ohje das mit deiner Tasche ist echts cheiße, ich weiß noch wie ich in Malle beklaut wurde und mir ziemlich hilflos vorkam aber das ist ja kein vergleich zu Vietnam....Hoffe du konntest alles rechtezitig sperren und niemand hat dein Konto leer geräumt?Ich trainier mittlerweile jeden 2ten Tag für die Polizeiprüfung mitte Oktober und bin schon ziemlich aufgeregt was das da so wird^^Muss halt Bankdrücken und Ausdauerlauf und so Zeug machen....Unteranderem sitz ich auch 3Studen vor nem Computer und muss irgendwelche intelligenztests machen*juhu
Freu mich bald wieder was zu lesen=)
Hab dich lieb Anne

@Fricki hoffe dir gehts gut im Outback Ne freundin von mir ist auch grad in Perth Aupair machen könnt euch ja mal treffen nene nur Spaß
Hoff auch dir gehts gut und du hast Spaß
LG


Papi (23.9.09 01:52)
Hallo Sissi, das ist aber schön endlich mal wieder so viel und ausführlich von Dir zu lesen. Ich weiß ja warum es vorher nicht ging aber trotzdem habe ich jeden Tag hier reingeschaut und gehofft es kommt bald was... Ist mein Brief schon bei Dir angekommen? Sollte ja mehr oder weniger ein Versuch sein ob mit der Adresse überhaupt was bei Dir ankommt! Habe im Moment immer spät in der Nacht Simulator, am DO fliege ich dann nach Hyderabad in Indien, da bin ich gar nicht mehr so weit von Dir weg! Pass gut auf DIch (und Deine Sachen :-)) auf, HDGDL,

Dein Papi


mami (25.9.09 11:29)
alles weg....sch...comp. abgestürzt...aber jetzt haben wir ja miteinander telefoniert und du weisst alles!!!!! denk viel an dich, viel spaß in hanoi und bis bald am telefon...mamithai


Paul (25.9.09 20:00)
Hi Sissi,endlich bin ich heut mal dazu gekommen deinen Blog zu lesen. Masterarbeit ist ganz schön stressig. Wenn ich abends heim komme, hab ich meistens kaum noch Energie für irgendwas.
Ich finds total schön jetzt ein bißchen zu wissen wie es dir geht. Ich beneide dich um die tolle Chance in Vietnam. Bei mir ist in nächster Zeit wohl kein längerer Auslandsaufenthalt drin. Ich wünsch dir ganz viel Kraft um das beste aus deiner Zeit zu machen! Wenns mal nicht läuft, denk daran was du den ATS auf VBT erzählen würdest wie sie sich in so einer Situation verhalten sollen...
Ganz liebe Grüße und eine Umarmung
Paul


Fricki (6.10.09 20:34)
Danke Anne
Hoffe dir gehts auch gut in Deutschland und viel Glück für die Polizeiprüfung! Du packst das schon


Indian Drama Serials / Website (12.8.11 17:14)
So, das war meine erste Woche, insgesamt echt super, die Wohnung ist toll, lauter nette Leute, wenn auch keine Deutschen.

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